Kürbis
Cucurbita maxima
Kürbisgewächse (Cucurbitaceae)
Schwierigkeit: Leicht
Fruchtfolge Empfehlung
3 Jahre Anbaupause
Vorkultur
Als Vorfrucht vor Kürbis bieten sich Kohlgewächse oder Leguminosen wie Erbsen oder Bohnen an. Überwinterte Gründüngungsbestände sind ebenfalls gut geeignet. Kürbis freut sich über Vorkulturen, die viel Biomasse auf dem Feld hinterlassen. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass nicht zu viel Biomasse mit einem weiten C-zu-N-Verhältnis gleichzeitig in den Boden gebracht wird, weil dann die wahrscheinliche Gefahr einer N-Sperre oder aber Fäulnis besteht.
Nachkultur
Die Nachkultur von Kürbis ist bei Beachtung der Fruchtfolge beliebig. Kürbis hinterlässt allerdings viele Nährstoffe in Form von Grünmasse auf dem Feld. Deshalb sollte man im direkten Anschluss nicht unbedingt eine schwach zehrende Kultur anbauen, damit die Nährstoffe auch rational genutzt werden können. Besonders der Anbau von Mittelzehrern bietet sich an.
Entwicklungszyklus
Einjährig
Kommentar
Bei Temperaturen unter 5 °C kann es potentiell zu Schäden an der Kürbispflanze kommen.
Satzdaten
| Ort | Saatdatum |
Anzuchtszeit
(in Tagen) |
Pflanzdatum |
Wachstumszeit
(in Tagen) |
Erntedatum | Erntefenster |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Freiland | 15. Mai | None | 120 | 12. September | 2 - 3 Wochen | |
| Freiland | 17. April | 21 | 8. Mai | 111 | 27. August | 5 - 6 Wochen |
Boden
Optimaler Bodentyp: Lehm
Optimaler ph-Wert: 6
optimaler ph-Wert
Zusatzinfos
Sand
Optimaler ph-Wert:
Sandige Böden erwärmen sich von allen Bodentypen am schnellsten, was gerade in kalten Frühjahren beim Anbau von Kürbissen von Vorteil ist. Die schlechte Wasserhaltekraft kann in normal trockenen Jahren problematisch werden. Hier empfiehlt sich die Verwendung von Mulch und Tropfbewässerung. Bei sehr sandigen Böden sollten zwei Schläuche je Pflanze gelegt werden.
Sandiger Lehm
Optimaler ph-Wert:
Sandige Lehmböden sind gut für den Anbau von Kürbissen geeignet. In trockenen Jahren sollte auf ausreichend Bewässerung geachtet werden.
Lehm
Optimaler ph-Wert:
Lehmige Böden sind gut für den Anbau von Kürbissen geeignet, da sie sich verhältnismäßig schnell erwärmen und eine gute Wasserhaltekraft aufweisen. Bei sehr lehmigen Standorten sollte auf Staunässe geachtet werden. Notfalls kann der Anbau von Kürbissen auch auf Dämmen erfolgen.
Ton
Optimaler ph-Wert:
Tonböden erwärmen sich im Frühjahr nur sehr langsam, was in kalten Jahren und je nach Region problematisch werden kann. Hier empfiehlt es sich, den Kürbis lieber etwas später zu pflanzen, als zu kalte Bodentemperaturen in Kauf zu nehmen und damit Schäden an der Pflanze zu riskieren. Tonböden weisen eine gute Wasserhaltekraft auf. Es ist aber darauf zu achten, dass stark ausgetrocknete Tonböden, wenn man sie bewässert, einen Teil des Wassers als sogenanntes "Totwasser" für Pflanzenwurzeln unverfügbar fest binden. Der Boden fühlt sich dann feucht an, aber die Pflanzen haben trotzdem nicht genügend Wasser. In feuchten Jahren besteht auf Tonböden die Gefahr von Staunässe. Eine Lösung kann auch hier der Anbau von Kürbissen auf Dämmen sein.
Jungpflanze
Keimdauer
6 - 8 Tage
Keimung
Hoch
Okay
Optimal
Okay
Niedrig
14 °C
18 °C
25 °C
28 °C
Jungpflanze
Hoch
Okay
Optimal
Okay
5 °C
18 °C
22 °C
Temperaturen unter 5 °C können zu Schäden an den Pflanzen führen.
Abhärten
Etwa eine Woche vor der Pflanzung sollten Kürbisjungpflanzen im Außenbereich abgehärtet werden. Temperturen unter 5 °C sind zu vermeiden. Die Pflanzen bei Gefahr niedriger Temperaturen abends in die Anzucht zurückräumen. Bei kaltem Wind kann die gefühlte Temperatur deutlich unter der gemessenen liegen. Starke Winde können zudem zu Schäden an den Jungpflanzen führen. Der Wind greift dann unter die großen, Blätter der Jungpflanze und kann sie im Extremfall um die eigene Achse drehen, wodurch der Stängel brechen kann.
Pflanzen
Pflanzabstand (cm)
Reihenabstand (cm)
Quelle
Konventionell
Pflanzabstand
40 - 100
Reihenabstand
150 - 300
LABER, H. et al. (2020): Gemüsebau. 3., erweiterte Auflage, Stuttgart: Eugen Ulmer KG.
Bio
Pflanzabstand
60 - 70
Reihenabstand
150
Reyhaneh, E. (2017): Ökologischer Gemüsebau. Mainz: Bioland Verlags GmbH.
Marktgarten
Pflanzabstand
Reihenabstand
OpenOrganicFarm
Pflanzabstand
100
Reihenabstand
150
Wachstum
Temperatur
Hoch
Okay
Optimal
Okay
5 °C
20 °C
25 °C
Temperaturen unter 5 °C können zu Schäden an den Pflanzen führen.
Optimaler Standort
Lichtbedarf
Sonnig
Sonnige und offene Windlagen sollten beim Anbau von Kürbissen bevorzugt gewählt werden. Stetiger, leichter Wind verkürzt die Zeit der Blattnässe-Perioden und erschwert es so einigen Schadpilzen, sich im Bestand zu etablieren. Standorte mit starken Winden sollten gemieden werden, weil sie gerade die Jungpflanzen stark beschädigen können.
Es sollte ein Abstand von mindestens 200 m zu Zierkürbissen eingehalten werden, da eine Fremdbestäubung den Geschmack negativ beeinflussen kann.
Wasserbedarf
Wasserbedarf
Hoch
Während der Anwachsphase benötigt Kürbis einen gleichmäßige Wasserversorgung. Direkt Nach der Pflanzung sollte einmalig eine etwas höhere Wassergabe erfolgen, um den Anwachsprozess zu unterstützen. Ab Beginn der Fruchtbildung, etwa im Juli, sollte stärker gewässert werden. Um Ressourcen zu sparen, bietet es sich an, eine Tropfbewässerung unter Mulch zu verwenden. Bei hohen Temperaturen lässt der Kürbis oftmals seine Blätter hängen. Dies muss nicht auf Wassermangel zurückzuführen sein, sondern kann auch mit einem nachlassenden Turgordruck in den Blättern zusammenhängen. Dieser kommt zustande, weil die Pflanzen ab einer Blattinnentemperatur von etwa 28 °C ihre Spaltöffnungen schließen. Dies tun sie, um sich vor Verdunstung zu schützen. Allerdings nehmen sie dann kein Wasser mehr aus dem Boden auf.
Bei starkem Wassermangel drohen Wachstumsstockungen und Blütenabwurf. Warme Winde können die Pflanzen ebenfalls stark austrocknen und ihren Wasserbedarf erhöhen.
Es sollte möglichst früh am Morgen gewässert werden, damit die Blätter schnell abtrocknen können und so Schadpilze weniger Probleme bereiten.
Kurz vor der Ernte keine Bewässerung mehr vornehmen, um die Abreife zu beschleunigen.
Nährstoffbedarf
Nährstoffbedarf
Mittel
Kürbis gedeiht gut auf humosen Böden. Klassischerweise wurde er in der Nähe oder direkt auf dem Komposthaufen angebaut. Dabei ist zu beachten, dass Nacktschnecken junge Kürbispflanzen lieben.
Durch seine lange Kulturdauer profitiert der Kürbis von Stickstoff Nachlieferungen aus dem Boden. Dadurch ist in diesem Fall nur eine geringe Düngung mit reifem Kompost nötig, vor allem bei Verwendung von Mulch. Auf sehr sandigen Böden oder bei schlechten Vorkulturen kann eine Düngung mit Wirtschaftsdünger sinnvoll sein. Kürbis spricht sehr gut auf reife Kompostgaben im Pflanzloch an.
Ernten
Einheit: Gewicht
Beste Erntezeit: Mittags
Mehrfachernte: Nein
Ernteinfos
Kürbis unbedingt vor den ersten Nachtfrösten ernten. Die Ernte sollte bei trockener Witterung erfolgen. Ist dies nicht möglich, die geernteten Kürbisse vorerst an einem luftigen Ort zum Nachtrocknen lagern. Wenn der Kürbis länger gelagert werden soll, muss er vollständig ausgereift sein. Kürbisse sind reif, wenn sie sich in ihrer natürlichen Farbe voll ausgefärbt haben und ihre Stiele verholzt sind. Zusätzlich kann man noch die „Nagelprobe“ machen. Bei mäßigem Druck mit dem Fingernagel auf die Schale des Kürbisses darf diese sich nicht einritzen lassen.
Die Ernte erfolgt mit einer Rosenschere oder einem scharfen Messer. Idealerweise wird nicht direkt am Stiel geschnitten, sondern rechts und links davon. Dadurch verhindert man eine Beschädigung des Stiels und hat Teile der Kürbispflanze wie einen natürlichen Korken oben auf. Die Lagerung erfolgt in Großkisten. Idealerweise erntet man sich durch die Fläche und legt die Kürbisse vorsortiert nach Qualität in Haufen ab und sammelt sie anschließend mit Schubkarren oder dem Traktor ein. In Großkisten maximal drei bis fünf Lagen stapeln, je nach Sorte und Reifezustand.
Ernteleistung
Lagerung
Es sollten nur trockene und unbeschädigte Kürbisse eingelagert werden. Sie müssen zudem frei von Krankheiten und Pilzen sein, die sich ansonsten im Lager ausbreiten könnten. Die Stiele sollten intakt sein.
Der Geschmack der Kürbisse lässt sich direkt nach der Ernte durch eine Lagerung von zwei bis drei Wochen bei Temperaturen von 20 bis 25 °C verbessern.
Je nach Sorte ist von einer Lagerfähigkeit von vier bis fünf Monaten auszugehen.
Das Lager muss regelmäßig kontrolliert werden, um schadhafte Kürbisse zu entfernen. Die Lagertemperatur sollte über 12 °C betragen, bei einer Luftfeuchte um die 60 %. Bei Lagertemperaturen unter 10 °C steigt das Risiko für Lagerfäulen. Da es gute und weniger gute Lagersorten gibt, kommt der Wahl der richtigen Sorte eine wichtige Bedeutung zu. Kürbisse scheiden Ethylen aus, weswegen man das Lager regelmäßig lüften sollte.
Ertragskennzahlen
Durchschnittlicher Ertrag nach Anbaumethode
| Anbaumethode | Gewicht (kg/m²) | Anzahl (Stück/m²) |
|---|---|---|
| Bio |
2,60
(n=17)
Min: 1,58, Max: 6,53 |
2,66
(n=11)
Min: 1,50, Max: 5,00 |
| Konventionell |
2,62
(n=7)
Min: 1,87, Max: 6,00 |
2,25 (n=1) |
| Unbekannt |
2,13
(n=12)
Min: 1,86, Max: 2,68 |
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