Kopfsalat
Lactuca sativa var. capitata
Korbblütler (Asteraceae)
Schwierigkeit: Leicht
Alternative Namen
Buttersalat
Fruchtfolge Empfehlung
3-4 Jahre
Vorkultur
Als Vorfrucht sind besonders gut Getreide, Lauch, Spinat, Zwiebeln und Gründüngungen geeignet. Erbsen oder Phacelia bieten sich ebenfalls an. Insgesamt ist die Vorfrucht von Salat meist recht unkompliziert. Bei Gründüngungen sollte darauf geachtet werden, dass sie keinen hohen Sonnenblumenanteil enthalten, weil ansonsten das Risiko eines Befalls mit Sklerotinia (Sclerotinia sclerotiorum) beim Salat steigt. Bei Kleegrasbeständen oder Wiesenumbruch ist mit einem erhöhten Aufkommen von Drahtwürmern (Larve des Schnellkäfers Elateridae) zu rechnen. Im zweiten Jahr nach dem Umbruch ist das Risiko am größten. Es sollte, wenn möglich, kein Salat angebaut werden, oder aber mit erheblichen Ausfällen gerechnet werden.
Nachkultur
Als Nachfrucht nach Salat ist so ziemlich alles geeignet, was nicht die Fruchtfolge verletzt.
Geschichte
Der Kopfsalat wurde vermutlich in den Klostergärten nördlich der Alpen von Mönchen züchterisch veredelt. Seine Urform (lattich lactuca serriola) stammt wohl aus der Mittelmeerregion. Ab dem 9. Jahrhundert taucht er erstmals auch in offiziellen Anbausystemen auf. So ließ Karl der Große Anweisung geben, dass im Klostergarten von St. Gallen ein Beet für Lattich vorzuhalten sei. Wurde Salat noch in den 60ziger Jahren in Deutschland primär als Beilage gegessen und seine Blätter dabei in Essig und Zucker ertränkt, erfreut er sich in den letzten Jahren als Fitness-Mahlzeit immer größerer Beliebtheit.
Entwicklungszyklus
Einjährig
Salat ist eine einjährige Pflanze. Er bildet im Langtag und bei entsprechend vorherrschenden Temperaturen seine Blüte aus.
Kommentar
Jungpflanzen und Schnittsalate, letztere besonders nach dem ersten Schnitt können, wenn sie gut abgehärtet sind, leichte Fröste bis etwa –5°C vertragen.
Satzdaten
| Ort | Saatdatum |
Anzuchtszeit
(in Tagen) |
Pflanzdatum |
Wachstumszeit
(in Tagen) |
Erntedatum | Erntefenster |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Folientunnel Vließ | 8. Januar | 61 | 10. März | 54 | 3. Mai | 3 Wochen |
| Freiland Vließ | 23. Januar | 55 | 19. März | 50 | 8. Mai | 3 Wochen |
| Freiland Vließ | 3. Februar | 48 | 23. März | 47 | 9. Mai | 3 Wochen |
| Freiland Vließ | 19. Februar | 40 | 31. März | 41 | 11. Mai | 3 Wochen |
| Freiland | 12. März | 35 | 16. April | 38 | 24. Mai | 3 Wochen |
| Freiland | 3. April | 27 | 30. April | 35 | 4. Juni | 3 Wochen |
| Freiland | 20. Juni | 21 | 11. Juli | 35 | 15. August | 3 Wochen |
| Freiland | 24. Juli | 21 | 14. August | 46 | 29. September | 2 Wochen |
| Freiland | 4. August | 26 | 30. August | 58 | 27. Oktober | 2 Wochen |
| Folientunnel Vließ | 22. Dezember | 66 | 26. Februar | 55 | 22. April | 4 Wochen |
Boden
Optimaler Bodentyp: Sandiger Lehm
Optimaler ph-Wert: 6 - 7
optimaler ph-Wert
Zusatzinfos
Sand
Optimaler ph-Wert:
Sandböden sind nur bedingt für den Salatanbau geeignet. Von Vorteil ist, dass sie sich schnell erwärmen und nicht zu Staunässe neigen. Nachteilig ist ihr schlechtes Wasserhaltevermögen. Das Wasserhaltevermögen von Sandböden kann verbessert werden durch gezielten Humusaufbau und die Verwendung von Mulch.
Sandiger Lehm
Optimaler ph-Wert:
Sandige Lehmböden sind gut für den Salatanbau vor allem im Frühjahr geeignet, da sie sich schnell erwärmen. Sie neigen eher nicht zu Staunässe. Ihre Wasserhaltekraft, gerade in Kombination mit Mulch, ist in der Regel ausreichend für den Salatanbau.
Lehm
Optimaler ph-Wert:
Bei Lehmböden ist darauf zu achten, dass es nicht zu Staunässe kommt. Hier kann der Anbau auf Dämmen oder leicht erhöhten Dauerbeeten helfen. In kalten Frühjahren kann es Probleme bei der Erwärmung der Böden geben. Hier sollten auf jeden Fall vollsonige Standorte bevorzugt werden. Die Wasserhaltekraft im Sommer ist gut.
Ton
Optimaler ph-Wert:
Tonige Böden sind durch ihren Hang zu Staunässe und ihre langsame Erwärmung nur bedingt für den Salatanbau geeignet. Im Sommeranbau können sie durch ihre gute Wasserhaltekraft in Gegenden punkten, in denen zusätzliche Bewässerung nicht oder nur begrenzt möglich ist. Der Anbau auf Dämmen ist zu bevorzugen. Es ist aber in der Regel mit höheren Ausfallraten zu rechnen, besonders in feuchten Jahren.
Jungpflanze
Keimdauer
7 - 12 Tage
Keimung
Hoch
Okay
Optimal
Okay
Hoch
6 °C
15 °C
18 °C
18 °C
Erklärung
Salat ist eine Langtagspflanze. Tageslängen über 12 Stunden begünstigen die Blütenbildung. Es gibt Salatsorten, die für den Anbau im Sommer geeignet sind. Solche sollten in dieser Jahreszeit unbedingt gewählt werden, um Frühblüher zu vermeiden.
Jungpflanze
Niedrig
Okay
Optimal
Okay
Niedrig
12 °C
15 °C
20 °C
20 °C
Abhärten
Salat sollte etwa ein bis zwei Wochen vor der Pflanzung gegen Kälte und Wind abgehärtet werden. Ein unterständiges Pflanzen kann zu einer besseren Wurzelentwicklung mit einer Orientierung in tiefere Bodenschichten führen. Wie bei einer Direktsaat bildet die Salatpflanze dann eine Pfahlwurzel aus, wenn die Bodenbeschaffenheit dies zulässt. Eine Pfahlwurzel ermöglicht der Salatpflanze eine wesentlich bessere Wasser- und Nährstoffaufschließung.
Pflanzen
Pflanzabstand (cm)
Reihenabstand (cm)
Quelle
Konventionell
Pflanzabstand
25 - 30
Reihenabstand
30
LABER, H. et al. (2020): Gemüsebau. 3., erweiterte Auflage, Stuttgart: Eugen Ulmer KG.
Bio
Pflanzabstand
35
Reihenabstand
38
Reyhaneh, E. (2017): Ökologischer Gemüsebau. Mainz: Bioland Verlags GmbH.
Marktgarten
Pflanzabstand
30
Reihenabstand
25
FORTIER, J.-M. (2020): Bio-Gemüse erfolgreich direktvermarkten (TELLIEZ, D., Übersetzerin). Innsbruck: Löwenzahn in der Studienverlag Ges.m.b.H.
OpenOrganicFarm
Pflanzabstand
25
Reihenabstand
25
Wachstum
Temperatur
Hoch
Okay
Optimal
Okay
Hoch
4 °C
15 °C
25 °C
30 °C
Bei Temperaturen über 30 °C bildet Kopfsalat keinen Kopf mehr aus. Zudem steigt ab 24 °C die Gefahr von Innenbrand je nach Sorte stark an. Bei Temperaturen um 4 °C findet kein Wachstum von mehr statt.
Optimaler Standort
Lichtbedarf
Sonnig
Optimal für den Anbau von Salaten sind warme, gut durchlüftete Böden, die eine gute Wasserhaltekraft haben. Salat reagiert sehr positiv auf den Anbau mit Mulch. In feuchten Jahren sollte aber darauf geachtet werden, dass die Mulchschicht den Salatkopf nicht am Abtrocknen hindert. Sonst besteht ein hohes Risiko eines Befalls des Salates mit Schadpilzen.
Wasserbedarf
Wasserbedarf
Hoch
Hohe, einmalige Wassergaben bei Salat unbedingt vermeiden, da diese zu Staunässe und damit zu Sauerstoffmangel im Boden führen können. Was diverse Pflanzenkrankheiten beim Salat begünstigt. Optimal ist zudem die Verwendung von Tropfbewässerung, unter anderem, da sich einige Pilzkrankheiten durch schwere Tropfen verursachte Bodenaufspritzungen, wie sie bei Kopfberegnung auftreten können, im Bestand verbreiten. Die Verwendung von Mulch hilft Wasser zu sparen und sorgt für eine gleichmäßige Bodenfeuchte.
Wassermenge (Normal): 2,0 l/Tag
Wassermenge (Hitze):
4,0 l/Tag
Kopfsalat benötigt eine gleichmäßige Bewässerung. Bei unzureichendem Wasser können physiologische Schäden wie Randen oder Innenbrand auftreten.
Nährstoffbedarf
Nährstoffbedarf
Niedrig
Die Ausbringung von Stallmist kurz vor der Pflanzung führt zu einer ungleichen Bodenstruktur und fördert Fäulniserkrankungen. Gleiches gilt für die Ausbringung von unreifen Kompost. Salat reagiert sehr empfindlich auf hohe Salzgehalte im Boden, wie sie besonders in Folientunneln vorkommen können. Gerade in der dunkleren Jahreszeit neigt Salat zu Nitratanreicherungen. Er ist generell sparsam mit Stickstoff zu düngen, und die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte müssen eingehalten werden. Informationen zu den aktuellen Grenzwerten kann man unter anderem bei den jeweils zuständigen Landwirtschaftskammern erfragen. Auch Gründüngungen können schnell hohe Stickstoffwerte generieren.
Ernten
Einheit: Anzahl
Beste Erntezeit: Morgens
Mehrfachernte: Nein
Ernteinfos
Ab einem Kopfgewicht von 300 g werden Salate in der Regel geerntet. Im Sommer können auch schwere Salatköpfe von 400 g und mehr geerntet werden.
Die Erntekiste steht links am besten hochkant und schräg in einer zweiten Erntekiste, oder aber auf jeden Fall so, dass keine Erde vom Boden her in die Kiste hereinkommt. Die linke Hand greift den Salatkopf, biegt ihn leicht nach links und hebt dabei die unteren Blätter so an, dass der Stängel sichtbar wird. In der rechten Hand befindet sich ein scharfes Erntemesser. Es wird oberhalb von vergilbten oder anderweitig beschädigten Blättern in einer leichten Halbkreisbewegung geschnitten. Ziel ist es, dass der Salat nicht noch einmal nachgeputzt werden muss. Anschließend wird er Kopfüber in die bereitstehende Kiste gelegt. Je Erntekiste passen 8 bis 10 Salatköpfe.
Eigene Erfahrung: Gerade bei den engen Pflanzabständen im Marktgarten hat es sich bewährt, beim ersten Erntedurchgang jeden zweiten Salat zu ernten. Dadurch haben die verbleibenden Pflanzen deutlich mehr Platz und legen gerade im Sommer nochmal ordentlich an Blattmasse zu.
Ernteleistung
Es wird im professionellen Gemüsebau von einer Ernteleistung von etwa 175 Salatköpfen je Arbeitskraft und Stunde (Akh) ausgegangen. Die tatsächliche Ernteleistung ist im hohen Maße von der Bestandsqualität abhängig.
Lagerung
Frisch geernteter Salat sollte möglichst schnell runtergekühlt werden. Bewährt hat es sich an heißen Tagen, in Kisten zu ernten, die mit feuchten Tüchern ausgelegt sind und abgedeckt werden können. Theoretisch ist Kopfsalat bei 0 bis 0,5 °C und einer relativen Luftfeuchte von 98 % 8 bis 14 Tage lagerbar. Dies ist aber mit erheblichen Qualitätsverlusten verbunden, weswegen Salat immer frisch geerntet werden sollte. Da es sich bei Salat um Rohkost handelt, sind höchste Hygienestandards bei Ernte und Lagerung einzuhalten. Auf keinen Fall darf der Salat mit verunreinigtem Wasser oder frischem Tiermist in Kontakt geraten.
Ertragskennzahlen
Durchschnittlicher Ertrag nach Anbaumethode
| Anbaumethode | Gewicht (kg/m²) | Anzahl (Stück/m²) |
|---|---|---|
| Bio |
2,41
(n=12)
Min: 1,92, Max: 3,29 |
6,80 (n=1) |
| Konventionell |
3,69
(n=12)
Min: 3,18, Max: 4,18 |
10,53
(n=3)
Min: 9,60, Max: 11,00 |
| Unbekannt |
3,63
(n=25)
Min: 2,77, Max: 4,76 |
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