Topinambur
Helianthus tuberosus
Korbblütler (Asteraceae)
Frost tolerant
Schwierigkeit: Leicht
Fruchtfolge Empfehlung
3-4 Jahre Anbaupause nach Korbblütlern
Vorkultur
Topinambur sollte nicht nach Artischocken, Schwarzwurzeln oder Sonnenblumen angebaut werden. Auch Vorkulturen, die einen hohen Vorfruchtwert haben und viel Stickstoff im Boden hinterlassen, sind wenig geeignet.
Nachkultur
Topinambur ist eine kritische Vorfrucht, da er nur sehr schwer wieder loszuwerden ist. Es ist davon auszugehen, dass er in den Folgekulturen erneut durchtreibt und, da er bis zu 3 Meter hoch wachsen kann, diese auch potentiell negativ beeinträchtigt.
Geschichte
Ursprünglich ist der Topinambur eine Pflanze der nordamerikanischen Steppe. Er wuchs im hohen Gras und bot den Ureinwohnern und Büffelherden wertvolle Nahrung. In der Nachkriegszeit war Topinambur eines der Grundnahrungsmittel. Die Pflanze ist sehr anspruchslos, neigt nicht zu großflächigen Ernteausfällen durch Krankheiten und bringt in guten Jahren drei bis vier Mal mehr Ertrag als Kartoffeln. Heute ist Topinambur nur noch selten in unserer Küche zu finden. Dies liegt vor allem in seinem wuchernden Wuchs. Dadurch, dass er Flächen regelrecht übernimmt, wird eine Fruchtfolge nahezu unmöglich. Zudem ist er maschinell nur schwer zu beernten, was seinen Anbau nur bedingt wirtschaftlich macht. Es bleibt abzuwarten, ob die Fortschritte in KI und Agrarrobotik dieser wertvollen Kultur zu einer Rennaissance verhelfen können. In Frankreich gewinnt man aus ihm Biotreibstoff. Aus 100 kg Topinambur lassen sich etwa acht bis zehn Liter Alkohol gewinnen. Als Nahrung für Schweine ist er noch recht beliebt, da die Tiere die Knollen selbstständig ausbilden, dabei den Boden lockern und ihn mit ihrem Kot düngen.
Entwicklungszyklus
Mehrjährig
Topinambur ist eine ausdauernde mehrjährige Pflanze. Selbst kleinste Wurzelstücke haben das Potential, erneut auszutreiben. Damit sollte man ihn nur dort anpflanzen, wo er auch bleiben und sich ausbreiten darf, denn ihn wieder loszuwerden gestaltet sich oftmals als schwierig. Er ist eng mit der Sonnenblume verwandt. Anstatt seine Energie in große Blüten und viele Samen zu stecken, bildet er eine unterirdische Speicherknolle.
Kommentar
Die Speicherknollen von Topinambur können problemlos im Boden überdauern und treiben im folgenden Jahr bei etwa 7 °C Bodentemperatur erneut aus. Dabei können sie bei Frösten bis etwa –30 °C überleben. Die oberirdischen Pflanzenteile vertragen Temperaturen bis etwa −5 °C.