Paprika
Capsicum annuum (Grossum Grp.)
Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Schwierigkeit: Schwer
Alternative Namen
Gemüsepaprika, Chili
Fruchtfolge Empfehlung
Maximal alle 2 Jahre auf dem gleichen Platz
Vorkultur
Außer Pflanzen aus der Familie der Nachtschattengewächse ist prinzipiell alles als Vorfrucht für Paprika möglich. Durch die lange Standzeit der Paprikapflanze bieten sich frühe Salatsätze, überwinternder Spinat oder Mangold sowie Asia Salat an.
Eigene Erfahrung: Paprika wird in der Regel in sogenannten Doppelreihen gepflanzt. Da die frühen Salatsätze zum Teil Anfang Mai noch stehen, wenn die Paprika gepflanzt werden, bietet es sich an, den Salat in den zukünftigen Erntegang zu pflanzen. Die junge Paprika stört sich nicht am Salat, und bis sie groß ist, ist der Salat abgeerntet.
Nachkultur
Paprika hat eine recht lange Kulturdauer. Damit belegt sie in der Regel bis in den Herbst hinein Platz. Dementsprechend sind nicht alle Pflanzen als Folgekultur möglich. Was sich anbietet, sind unter anderem Feldsalat, überwinternder Spinat, Mangold, Asia Salat, Rauke oder ein überwinternder Möhrensatz.
Eigene Erfahrung: Im Zuge der Wirtschaftlichkeit sollte nicht auf die Abreife der letzten Paprika gewartet werden. Es sollte so geräumt werden, dass die Folgekultur optimale Wachstumsbedingungen hat.
Entwicklungszyklus
Einjährig
Paprika ist in unseren Breitengraden eine einjährige Pflanze. In den Tropen kann sie auch mehrjährig sein. Mit ein bisschen Übung kann Paprika in einem Topf an einem warmen Ort mit mindestens 14 °C überwintert werden. Trockene Heizungsluft mag die Pflanze nicht. Sie neigt dann dazu, Schädlinge zu bekommen. Dementsprechend sollte bei der Überwinterung von Paprika auf ausreichend Luftfeuchte geachtet werden.
Kommentar
Satzdaten
| Ort | Saatdatum |
Anzuchtszeit
(in Tagen) |
Pflanzdatum |
Wachstumszeit
(in Tagen) |
Erntedatum | Erntefenster |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Folientunnel Beheizt | 1. Januar | 65 | 7. März | 70 | 16. Mai | 21 Wochen |
| Folientunnel Beheizt | 14. Januar | 65 | 20. März | 70 | 29. Mai | 20 Wochen |
| Folientunnel Beheizt | 12. Februar | 62 | 15. April | 66 | 20. Juni | 19 Wochen |
| Folientunnel | 9. März | 60 | 8. Mai | 75 | 22. Juli | 15 Wochen |
Boden
Optimaler Bodentyp: Lehm
Optimaler ph-Wert: 6 - 6.5
optimaler ph-Wert
Zusatzinfos
Sand
Optimaler ph-Wert:
Paprika ist sehr humusbedürftig und benötigt eine konstante Bodenfeuchte sowie gute Nährstoffverfügbarkeit. Dies kann beim Anbau auf sehr sandigen und humusarmen Böden problematisch sein. Auf sandigen Böden mit geringem Humusanteil sollten größere Mengen gut abgelagerter Kompost in die Pflanzlöcher gegeben werden (Bei der Düngeberechnung berücksichtigen). Die Verwendung von Mulch sollte ebenfalls in Erwägung gezogen werden, um eine gleichmäßige Bodenfeuchte zu gewährleisten. Der Mulch sollte im Frühjahr erst ausgebracht werden, wenn sich der Boden ausreichend auf etwa 20 °C erwärmen konnte.
Sandiger Lehm
Optimaler ph-Wert:
Je höher der Lehmanteil, desto besser ist dieser Bodentyp für den Anbau von Paprika geeignet. Die Zugabe von kleinen Mengen an reifen Kompost in die Pflanzlöcher ist auch hier zu empfehlen. Die Verwendung von Mulch hilft dabei, Wasser einzusparen.
Lehm
Optimaler ph-Wert:
Lehmiger Boden ist gut für den Anbau von Paprika geeignet, da er die Feuchtigkeit hält und normalerweise ausreichend Nährstoffe nachliefern kann.
Ton
Optimaler ph-Wert:
Die langsame Erwärmung und die anhaltende, klamme Feuchte machen schwere Tonböden nur bedingt für den Paprikaanbau geeignet. Hier kann auch der großzügige Einsatz von Kompost im Pflanzloch helfen, um den Boden etwas humoser zu bekommen (bei der Düngeberechnung berücksichtigen).
Jungpflanze
Keimdauer
9 - 14 Tage
Keimung
Hoch
Okay
Optimal
Okay
18 °C
22 °C
25 °C
Jungpflanze
Hoch
Okay
Optimal
Okay
12 °C
18 °C
21 °C
Bei dauerhaften Temperaturen unter 12 °C treten Wurzelschäden auf. In kalten Frühjahren sollte der Pflanztermin notfalls weiter nach hinten verschoben werden, damit sich der Boden ausreichend erwärmen kann.
Abhärten
Paprikapflanzen sollten unbedingt vorsichtig abgehärtet werden. Länger anhaltende Temperaturen unter 14° C führen zu Wurzelschäden. Zwei Wochen vor der Pflanzung können die Jungpflanzen an warmen Tagen nach draußen gestellt werden. Sie sollten abends aber unbedingt wieder auf den Heiztisch. Hier haben sich Rolltische bewährt. Die Rolltische können tagsüber im Freiland stehen und werden abends zurück in die Anzucht gerollt.
Pflanzen
Pflanzabstand (cm)
Reihenabstand (cm)
Quelle
Konventionell
Pflanzabstand
60
Reihenabstand
60 - 90
Bio
Pflanzabstand
60
Reihenabstand
60 - 90
Marktgarten
Pflanzabstand
23
Reihenabstand
75
FORTIER, J.-M. (2020): Bio-Gemüse erfolgreich direktvermarkten (TELLIEZ, D., Übersetzerin). Innsbruck: Löwenzahn in der Studienverlag Ges.m.b.H.
OpenOrganicFarm
Pflanzabstand
60
Reihenabstand
90
Wachstum
Temperatur
Mittel
Okay
Optimal
Okay
18 °C
20 °C
21 °C
Im Idealfall liegen die Tages- und die Nachtemperaturen maximal 2 °C auseinander. Ab Erntebeginn kann eine leichte Absenkung der Temperaturen auf 17 bis 19 °C stattfinden.
Optimale Erträge sind bei Paprika nur zu erwarten, wenn die Temperatur so regulierbar ist, dass sie die Bedürfnisse der Pflanzen erfüllt. In der Regel ist der Anbau von Paprika ohne hohen technischen Einsatz nur bedingt wirtschaftlich.
Eigene Erfahrung: Ich hatte etwa alle drei Jahre einen kostendeckenden Ertrag an meinen Paprikapflanzen, so dass ich deren Anbau schrittweise reduziert habe bis ich nur noch Jungpflanzen als Topfware produziert habe.
Optimaler Standort
Lichtbedarf
Sonnig
Paprika hat einen hohen Lichtbedarf. Bei zu wenig Licht fängt sie an, Blüten abzuwerfen, was sich negativ auf die Erträge auswirkt. Es ist aber darauf zu achten, dass die Paprikafrucht von Sonnenbrand gefährdet ist. Dies kann zum Problem werden, wenn die Pflanzen hochgeleitet werden und zu stark ausgegeizt, so dass nicht mehr ausreichend Blätter vorhanden sind, um die Früchte zu beschatten. In diesem Fall sollte ein Schattierungsnetz verwendet werden. Im buschartigen Anbau von Paprika tritt das Problem eher selten auf, da ausreichend Blätter zur Beschattung vorhanden sind.
Wasserbedarf
Wasserbedarf
Hoch
Paprikapflanzen haben einen gleichbleibend hohen Wasserbedarf.
Der Einsatz von Mulch kann helfen, den Wasserbedarf zu reduzieren. Trockenstress erhöht das Risiko eines Befalls mit Blattläusen und Spinnmilben. Bei einer Luftfeuchte unter 60 % kann es zu Blütenabwurf und damit Ertragseinbußen kommen.
Eigene Erfahrung: Bewährt hat sich Tropfbewässerung mit je 2 Schläuchen je Reihe Paprika.
Zudem sollten die Pflanzen regelmäßig, etwa alle zwei Tage, von oben abgebraust werden. Dabei ist darauf zu achten, dass an sonnigen Tagen nicht mittags abgebraust wird, da ansonsten die Gefahr von Sonnenbrand besteht. Ebenfalls sollte nicht früh am Morgen oder am späten Abend gebraust werden, da sonst die Blattnässezeit erhöht wird, was die Gefahr einer Infektion mit Schadpilzen steigert. Am besten wässert man vormittags mit kleiner Tröpfchengröße, damit ein feiner Nebel entsteht. Dies hilft in trockenen Jahren auch recht zuverlässig gegen Blattlaus- und Spinnmilbenbefall.
Wassermenge (Normal): 2,0 l/Tag
Wassermenge (Hitze):
6,0 l/Tag
Nährstoffbedarf
Nährstoffbedarf
Hoch
Ernten
Einheit: Gewicht
Beste Erntezeit: Mittags
Mehrfachernte: Ja
Ernteinfos
Die Ernte von Paprika kann etwa einmal die Woche entweder als Grünernte oder nach Farbumschlag/ Vollreife erfolgen.
Eigene Erfahrung: Auch wenn vornehmlich vollreife (rote/gelbe) Früchte vermarktet werden sollen, sollte die Grünernte dazu genutzt werden, die Anzahl der Früchte pro Pflanze zu begrenzen. Bei zeitgleicher Reife zu vieler Früchte werden von der Pflanze keine neuen mehr gebildet. Außerdem läuft man Gefahr, lange keine Paprika zu haben und dann auf kurze Zeit eine große Menge. Es empfiehlt sich deshalb auch, unterschiedliche Sorten mit verschieden schneller Abreife anzubauen. Generell sind die kleineren Sorten in der Regel vor den größeren reif und Spitzpaprika vor Blockpaprika.
Bei der Ernte sollte die Frucht idealerweise per Hand vorsichtig herausgebrochen werden. Dabei kann beidhändig gearbeitet werden. Der Erntekorb steht im Erntegang. Darauf achten, dass möglichst viel vom Stiel an der Paprika-Frucht verbleibt (es sei denn, Handelsvorgaben sprechen dagegen), weil dies die Haltbarkeit erhöht. Wenn geschnitten werden muss, empfiehlt sich die Verwendung einer leichten Ernteschere. Die Klingen sollten dann regelmäßig desinfiziert werden, um eine Verbreitung von Virosen im Bestand zu verhindern.
Eigene Erfahrung: Verschiedene Sorten lassen sich unterschiedlich gut beernten. Leichte Beerntebarkeit sollte auch ein Kriterium bei der Sortenwahl sein.
Ernteleistung
Lagerung
Paprika ist kälteempfindlich. Eine Lagerung bei unter 11 °C sollte nicht stattfinden. Ausgewachsene, grüne Paprika sind ca. drei Wochen, rote Paprika etwa zwei bis drei Wochen lagerbar.
Ertragskennzahlen
Durchschnittlicher Ertrag nach Anbaumethode
| Anbaumethode | Gewicht (kg/m²) | Anzahl (Stück/m²) |
|---|---|---|
| Bio |
5,73
(n=15)
Min: 1,51, Max: 9,25 |
36,23
(n=7)
Min: 16,00, Max: 50,10 |
| Konventionell |
17,31
(n=7)
Min: 11,90, Max: 25,00 |
- |
| Unbekannt |
11,52
(n=13)
Min: 5,41, Max: 15,48 |
- |