Radieschen
Raphanus sativus var. sativus
Kreuzblütler (Brassicaceae)
Frost tolerant
Schwierigkeit: Leicht
Fruchtfolge Empfehlung
1 x pro Jahr auf der selben Fläche
Vorkultur
Radieschen stellen aufgrund ihrer kurzen Kulturzeit wenig Ansprüche an die Vorkultur. Sie sollten nicht direkt nach anderen Kreuzblütlern angebaut werden. Da Sie ein feinkrümeliges Saatbeet bevorzugen, eignen sich vor allem Kulturen, die einen geringen Krautdruck auf dem Feld fördern. Sie sollten nicht direkt nach Kulturen und Gründüngungen angebaut werden, die viel Reststickstoff im Boden hinterlassen.
Nachkultur
Radieschen sind durch ihre sehr kurze Kulturzeit sehr flexibel einsetzbar und es eignen sich bis auf alle Kreuzblütler alle Gemüse als Folgekultur. Es ist darauf zu achten, dass Radieschen nur wenig Nährstoffe für die Folgekultur im Boden hinterlassen, da kaum Ernterückstände auf dem Feld verbleiben.
Geschichte
Radieschen sind eine Züchtung aus dem Rettich heraus. Letzterer wurde angeblich schon zu Zeiten der Ägypter als Nahrung beim Pyramidenbau eingesetzt. Radieschen sind demgegenüber eine recht neue Züchtung, die von den Gärtnern der Renaissance (15. und 16. Jahrhundert) entwickelt wurde und sich um das 18. Jahrhundert über ganz Europa verbreitete.
Entwicklungszyklus
Einjährig
Kommentar
Kurze und leichte Fröste von bis zu –4 °C werden vertragen. Allerdings sollte man die Bestände dann mit einem Vließ schützen.
Satzdaten
| Ort | Saatdatum |
Anzuchtszeit
(in Tagen) |
Pflanzdatum |
Wachstumszeit
(in Tagen) |
Erntedatum | Erntefenster |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Folientunnel | 15. Februar | None | 56 | 11. April | 3 Wochen | |
| Folientunnel | 1. März | None | 52 | 22. April | 3 Wochen | |
| Freiland Vließ | 15. März | None | 45 | 29. April | 3 Wochen | |
| Freiland Vließ | 1. April | None | 40 | 11. Mai | 3 Wochen | |
| Freiland Vließ | 15. April | None | 35 | 20. Mai | 3 Wochen | |
| Freiland | 1. Mai | None | 30 | 31. Mai | 3 Wochen | |
| Freiland | 15. Mai | None | 25 | 9. Juni | 3 Wochen | |
| Freiland | 1. Juni | None | 22 | 23. Juni | 3 Wochen | |
| Freiland | 15. Juni | None | 21 | 6. Juli | 3 Wochen | |
| Freiland | 1. Juli | None | 21 | 22. Juli | 3 Wochen | |
| Freiland | 15. Juli | None | 22 | 6. August | 3 Wochen | |
| Freiland | 1. August | None | 25 | 26. August | 3 Wochen | |
| Freiland | 15. August | None | 29 | 13. September | 3 Wochen | |
| Freiland | 1. September | None | 35 | 6. Oktober | 2 - 3 Wochen | |
| Freiland | 15. September | None | 42 | 27. Oktober | 2 Wochen | |
| Folientunnel Beheizt | 15. Oktober | None | 40 | 24. November | 3 Wochen | |
| Folientunnel Beheizt | 1. November | None | 60 | 31. Dezember | 3 Wochen | |
| Folientunnel Beheizt | 1. Dezember | None | 80 | 19. Februar | 3 Wochen |
Boden
Optimaler Bodentyp: Sand
optimaler ph-Wert
Zusatzinfos
Sand
Optimaler ph-Wert:
Sandige Böden sind gut für den Anbau von Radieschen geeignet. Gerade frühe Sätze profitieren von der schnellen Erwärmung der Böden im Frühjahr. Zudem neigen sie nicht zu Staunässe. Es ist allerdings darauf zu achten, dass gleichmäßig bewässert wird. Mulcheinsatz schon direkt nach der Aussaat hat sich bewährt.
Eigene Erfahrungen: Auf sandigen Böden kann der Kohlerdfloh zu einem großen Problem werden. Entweder legt man Netze oder aber man baut Radieschen primär im Frühjahr und Herbst an, wo der Erdfloh nicht aktiv ist. Letzteres sollten wir viel öfter in Erwägung ziehen. Gemüsearten außerhalb ihrer natürlichen Vegetationszeit anzubauen ist weder nachhaltig noch rational.
Sandiger Lehm
Optimaler ph-Wert:
Für sandige Lehmböden gilt im Prinzip dasselbe wie für sandige Böden.
Lehm
Optimaler ph-Wert:
Ein Anbau von Radieschen auf lehmigen Böden ist gerade bei sehr frühen Sätzen schwierig. Der Boden ist dann oft noch zu kalt und sehr feucht. In sehr heißen Sommern kann sich die gute Wasserhaltekraft positiv auswirken, besonders wenn nicht alle Kulturen im Betrieb gleichmäßig mit Wasser versorgt werden können.
Ton
Optimaler ph-Wert:
Tonige Böden sind nicht für den Anbau von Radieschen zu empfehlen. Sie sind zu kalt und zu feucht und neigen dazu, zu verschlämmen.
Jungpflanze
Keimdauer
3 - 23 Tage
Keimung
Hoch
Okay
Optimal
Okay
7 °C
12 °C
16 °C
Vernalisation
Temperatur
5°C
Dauer
7,0 Tage
Erklärung
Im Freilandanbau kommt es in der Regel nicht zu unerwünschtem Blühen von Radieschen. Im geschützen Anbau kann es passieren, vor allem wenn wenig Sonne vorhanden ist oder die Bestände zu dicht ausgesät wurden und hohe Temperaturen vorherrschen. Deswegen ist bei der Kultivierung von Radieschen im Folientunnel ein rechtzeitiges Lüften ab Temperaturen von etwa 12 bis 15 °C empfehlenswert.
Jungpflanze
No optimal data
Pflanzen
Pflanzabstand (cm)
Reihenabstand (cm)
Quelle
Konventionell
Pflanzabstand
3.1 - 3.3
Reihenabstand
13
LABER, H. et al. (2020): Gemüsebau. 3., erweiterte Auflage, Stuttgart: Eugen Ulmer Kg
Bio
Pflanzabstand
4 - 6
Reihenabstand
10 - 20
Heistinger, A. (2010): Handbuch Bio- Gemüse. Stuttgart: Eugen Ulmer KG
Marktgarten
Pflanzabstand
Reihenabstand
OpenOrganicFarm
Pflanzabstand
4
Reihenabstand
12
Wachstum
Temperatur
Hoch
Okay
Optimal
Okay
Mittel
5 °C
12 °C
15 °C
20 °C
Radieschen wachsen bei unter 5 °C kaum noch. Bei sehr hohen Temperaturen jenseits der 20 °C bilden Radieschen längliche Knollen. Liegen die Temperaturen noch höher, kann es passieren, dass sie gar keine Knolle mehr bilden. Hier ist die Sortenwahl entscheidend. Den Sortenbeschreibungen kann man entnehmen, ob sie für den geschützten Anbau geeignet sind oder nur im Freiland angebaut werden sollten. Besonders empfindlich reagieren Radieschen auf fehlendes Sonnenlicht bei hohen Temperaturen. Deswegen sollten Folientunnel bei frühen Anbausätzen unbedingt rechtzeitig gelüftet werden.
Optimaler Standort
Lichtbedarf
Sonnig
Radieschen bevorzugen sonnige Standorte mit lockerem, tiefgründigem Boden. Mit Staunässe kommen sie nicht gut zurecht.
Wasserbedarf
Wasserbedarf
Niedrig
Eine gleichmäßige Wasserversorgung von der Aussaat bis zur Ernte ist für die Qualität und den Anbauerfolg entscheidend. Der Boden sollte feucht, aber nicht staunass sein.
Eigene Erfahrung:
Wenn man Radieschen flach aussät und danach dünn mit frischem Grasmulch bedeckt, wird die Feuchtigkeit sehr gut im Boden gehalten. Als zusätzlichen Nutzen muss man, wenn alles gut läuft, die Bestände nicht krauten.
Radieschen brauchen einen gleichmäßig feuchten Boden. Bei Trockenheit werden sie pelzig und sehr scharf. Anhaltende Trockenheit verursacht bei den Pflanzen Trockenstress und kann dazu führen, dass sie in Blüte gehen. Die Wassergaben sollten gleichmäßig erfolgen, sonst kann es bei den Radieschen zu Platzern kommen.
Nährstoffbedarf
Nährstoffbedarf
Niedrig
In den meisten Fällen reichen die Düngerreserven im Bodenvorrat und die Erntereste der Vorkultur aus, so dass Radieschen nicht zusätzlich gedüngt werden müssen.
Ernten
Einheit: Anzahl
Beste Erntezeit: Morgens
Mehrfachernte: Nein
Ernteinfos
Das Erntefenster von Radieschen hängt stark von der Witterung ab. In heißen Sommern beträgt es nur etwa vier Tage, während es sonst bis zu zwei Wochen sein können.
Geerntet werden Bunde, je nach Jahreszeit etwa 10 bis 15 Radieschen pro Bund. Der Mindestdurchmesser der Knollen sollte bei 1,5 cm liegen. Optimalerweise sind sie aber 2 bis 3,5 cm im Durchmesser.
Die Radieschen werden mit Laub einzeln per Hand gezogen. Die linke Hand umgreifte sie, auf ihrem Daumen befinden sich Gummibänder. Die rechte Hand erntet und übergibt an die Linke. Wenn die erwünschte Stückzahl erreicht ist, streift die rechte Hand das Gummiband vom Daumen der linken Hand über das Bund und wickelt es mehrfach, bis es fest sitzt.
Anschließend werden die Bunde gereinigt, abgebraust oder in kaltes Wasser getaucht. Sie sollten anschließend möglichst schnell runtergekühlt werden.
Ernteleistung
Eine Person kann etwa 120 bis 200 Bund je Stunde ernten. Die Menge hängt wesentlich von der Gesundheit des Radieschenbestandes ab.
Lagerung
Mit Grün sind Radieschen nur wenige Tage haltbar. Die Temperatur sollte dann etwa 1 bis 4 °C betragen, bei einer hohen relativen Luftfeuchte von 95 bis 98 %.
Sollen die Knollen länger gelagert werden, muss das Grün entfernt werden. Dann sind sie etwa 2 Wochen lagerbar.
Ertragskennzahlen
Durchschnittlicher Ertrag nach Anbaumethode
| Anbaumethode | Gewicht (kg/m²) | Anzahl (Stück/m²) |
|---|---|---|
| Bio |
1,83
(n=12)
Min: 1,47, Max: 2,41 |
15,00
(n=3)
Min: 9,00, Max: 20,00 |
| Konventionell |
2,56
(n=12)
Min: 2,25, Max: 3,04 |
5,93
(n=2)
Min: 2,25, Max: 9,60 |
| Unbekannt |
2,41
(n=24)
Min: 1,94, Max: 2,73 |
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