Endivie
Cichorium endivia
Korbblütler (Asteraceae)
Frost tolerant
Schwierigkeit: Leicht
Alternative Namen
Winterendivie
Fruchtfolge Empfehlung
2 mal in 3 Jahren auf dem selben Standort
Vorkultur
Getreide, Lauch, Spinat, Zwiebeln oder auch verschiedene Köhler.
Nachkultur
Endivien werden in der Regel sehr spät im Jahr geerntet, was den Anbau einer direkten Nachfrucht schwierig machen kann. Je nach dem Zeitpunkt der Ernte kann man Spinat, Mangold, Postelein oder Feldsalat anbauen.
Geschichte
Die Endivie stammt ebenso wie der Zuckerhut und der Radicchio von der Wegwarte (Cichorium intybus var. intybus) ab.
Entwicklungszyklus
Einjährig
Kommentar
Gesunde und gut mit Nährstoffen versorgte Bestände vertragen Temperaturen bis etwa −4 °C. Dies ist aber auch stark von der angebauten Sorte abhängig.
Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass bei kalten Winden die gefühlten Temperaturen zum Teil deutlich unter den gemessenen liegen können. Dadurch kann es auch schon bei leichten Frösten zu Pflanzenschäden kommen. Bei angekündigten Frösten können Thermo-Vließe helfen, den Bestand zu schützen. Diese sollten unbedingt erst kurz vor dem Auftreten der starken Fröste ausgebracht werden, um die Bestände nicht zu verweichlichen. Zudem ist die Luftfeuchte unter Vliesen immer stark erhöht, was das Auftreten von Pilzkrankheiten begünstigt. Vliese sollten damit immer nur so kurz wie möglich aufliegen.
Satzdaten
| Ort | Saatdatum |
Anzuchtszeit
(in Tagen) |
Pflanzdatum |
Wachstumszeit
(in Tagen) |
Erntedatum | Erntefenster |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Freiland Doppelvließ | 10. Februar | 33 | 15. März | 50 | 4. Mai | 2 Wochen |
| Freiland Vließ | 28. Februar | 32 | 1. April | 49 | 20. Mai | 2 Wochen |
| Freiland | 3. April | 28 | 1. Mai | 45 | 15. Juni | 3 - 4 Wochen |
| Freiland | 7. Mai | 25 | 1. Juni | 38 | 9. Juli | 3 - 4 Wochen |
| Freiland | 6. Juni | 25 | 1. Juli | 39 | 9. August | 3 - 4 Wochen |
| Freiland | 18. Juni | 27 | 15. Juli | 41 | 25. August | 3 - 4 Wochen |
| Freiland | 15. Juli | 30 | 14. August | 55 | 8. Oktober | 3 Wochen |
Boden
Optimaler Bodentyp: Sandiger Lehm
Optimaler ph-Wert: 6.5 - 7.5
optimaler ph-Wert
Zusatzinfos
Sand
Optimaler ph-Wert:
Reine Sandböden sind nur bedingt für den Anbau von Endivien geeignet. Von Vorteil ist, dass sie sich schnell erwärmen und nicht zu Staunässe neigen. Nachteilig ist ihr schlechtes Wasserhaltevermögen. Das Wasserhaltevermögen von Sandböden kann verbessert werden durch gezielten Humusaufbau und die Verwendung von Mulch.
Sandiger Lehm
Optimaler ph-Wert:
Sandige Lehmböden sind gut für den Anbau von Endivien geeignet. Sie neigen eher nicht zu Staunässe. Ihre Wasserhaltekraft, gerade in Kombination mit Mulch, ist in der Regel ausreichend.
Lehm
Optimaler ph-Wert:
Bei Lehmböden ist darauf zu achten, dass es nicht zu Staunässe kommt. Hier kann der Anbau auf Dämmen oder leicht erhöhten Dauerbeeten helfen. Die Wasserhaltekraft im Sommer ist gut.
Ton
Optimaler ph-Wert:
Tonige Böden sind durch ihren Hang zu Staunässe nur bedingt für den Anbau von Endivien geeignet. Im Sommeranbau können sie durch ihre gute Wasserhaltekraft in Gegenden Punkten, in denen zusätzliche Bewässerung nicht oder nur begrenzt möglich ist. Der Anbau auf Dämmen ist zu bevorzugen. Es ist aber in der Regel mit höheren Ausfallraten zu rechnen, besonders in feuchten Jahren.
Jungpflanze
Keimdauer
6 - 8 Tage
Keimung
Hoch
Okay
Optimal
Okay
Mittel
17 °C
20 °C
22 °C
28 °C
Vernalisation
Temperatur
17°C
Dauer
21,0 Tage
Devernalisation
Temperatur
20°C
Jungpflanze
Hoch
Okay
Optimal
Okay
Mittel
17 °C
17 °C
20 °C
28 °C
Im Idealfall sollte die Anzuchttemperatur bei mindestens 17 °C liegen, weil sonst die Gefahr von Frühblühern durch Vernalisation steigt. Bei Temperaturen über 28 °C kann es ebenfalls zum Schossen kommen.
Abhärten
Endivien sollten etwa eine Woche vor der Pflanzung abgehärtet werden. Bei sehr frühen Sätzen sollte darauf geachtet werden, ihn nicht versehentlich beim Abhärten zu vernalisieren. Unter 12 °C sollten die Pflanzen nicht abgehärtet werden.
Pflanzen
Pflanzabstand (cm)
Reihenabstand (cm)
Quelle
Konventionell
Pflanzabstand
Reihenabstand
Bio
Pflanzabstand
30 - 40
Reihenabstand
35 - 40
Reyhaneh, E. (2017): Ökologischer Gemüsebau. Mainz: Bioland Verlags GmbH
Marktgarten
Pflanzabstand
15
Reihenabstand
15
FORTIER, J.-M. (2020): Bio-Gemüse erfolgreich direktvermarkten (TELLIEZ, D., Übersetzerin). Innsbruck: Löwenzahn in der Studienverlag Ges.m.b.H.
OpenOrganicFarm
Pflanzabstand
30
Reihenabstand
25
Wachstum
Temperatur
Mittel
Okay
Optimal
Okay
Mittel
17 °C
17 °C
25 °C
28 °C
Länger andauernde Temperaturen unter 17 °C oder über 28 °C regen die Pflanze zum Schossen an.
Optimaler Standort
Lichtbedarf
Sonnig
Optimal sind sonnige und windoffene Lagen. Staunasse und sauerstoffarme Böden sollten unbedingt vermieden werden.
Wasserbedarf
Wasserbedarf
Mittel
Hohe einzelne Wassergaben unbedingt vermeiden, da diese zu Staunässe und damit zu Sauerstoffmangel im Boden führen können, was diverse Pflanzenkrankheiten begünstigt. Optimal ist zudem die Verwendung von Tropfbewässerung. Bei Kopfberegnungen können sich durch Bodenaufspritzungen, verursacht durch schwere Tropfen, im Bestand Pilzkrankheiten verbreiten. Die Verwendung von Mulch hilft, Wasser zu sparen, und sorgt für eine gleichmäßige Bodenfeuchte. Gerade im Spätherbst sollte die Blattnässezeit so kurz wie möglich gehalten werden, um pilzlichen Schaderregern vorzubeugen. Hier helfen ein Anbau in windoffenen Lagen sowie die Verwendung von Tropfbewässerung. In sehr feuchten Jahren sollte der Mulch um die Pflanzen entfernt werden, um Fäulnis vorzubeugen.
Endivien benötigen im Herbstanbau bei normalen Niederschlägen in der Regel nur zur Anwachsphase eine Bewässerung. In früheren Jahren reichten die Herbstniederschläge meist für einen Kulturerfolg aus. Durch die trockenen Sommer der letzten Jahre (vor 2024) und die zunehmend unberechenbareren Niederschläge sollte zumindest die Möglichkeit einer Zusatzberegnung bestehen. Tropfbewässerung ist Überkopfberegnung vorzuziehen, um die Blattnässezeit so gering wie möglich zu halten.
Nährstoffbedarf
Nährstoffbedarf
Niedrig
Wenn die Vorkultur ausreichend mit Mist oder Kompost versorgt wurde, ist in der Regel keine Zusatzdüngung erforderlich. Zur Abklärung können Bodenproben helfen. Zu hohe Stickstoffdüngung wirkt sich negativ auf den Ertrag aus und macht die Pflanzen empfindlicher für Schaderreger. Sie kann auch das Auftreten von Kranzfäule begünstigen. Auf keinen Fall darf frischer Stallmist gedüngt werden.
Ernten
Einheit: Anzahl
Beste Erntezeit: Morgens
Mehrfachernte: Nein
Ernteinfos
Endivien sind erntereif, wenn ihre Rosette vollständig ausgebildet ist und das Herz gut gefüllt ist. Sie wiegen dann etwa 650 g.
Die Erntekiste steht links am besten hochkant und schräg in einer zweiten Erntekiste, oder aber auf jeden Fall so, dass keine Erde vom Boden her in die Kiste hereinkommt. Die linke Hand greift die Endivie, biegt sie leicht nach links und hebt dabei die unteren Blätter so an, dass der Stängel sichtbar wird. In der rechten Hand befindet sich ein scharfes Erntemesser. Es wird oberhalb von vergilpten oder anderweitig beschädigten Blättern in einer leichten Halbkreisbewegung geschnitten. Ziel ist es, dass die Endivie nicht noch einmal nachgeputzt werden muss. Anschließend wird sie kopfüber in die bereitstehende Kiste gelegt.
Ernteleistung
Lagerung
Endivien sollten, wann immer möglich, frisch vom Feld geerntet werden. Eine Lagerung ist bei Temperaturen von 0 bis 1 °C und einer relativen Luftfeuchte von 95 % für etwa 3 bis 4 Wochen möglich. Wenn dies angestrebt wird, sollte die Endivie nach der Ernte so schnell wie möglich heruntergekühlt werden.
Ertragskennzahlen
Durchschnittlicher Ertrag nach Anbaumethode
| Anbaumethode | Gewicht (kg/m²) | Anzahl (Stück/m²) |
|---|---|---|
| Bio |
2,11
(n=10)
Min: 1,04, Max: 4,04 |
6,23 (n=1) |
| Konventionell |
4,18
(n=6)
Min: 3,59, Max: 4,79 |
- |
| Unbekannt |
3,99
(n=12)
Min: 3,33, Max: 4,61 |
- |