Mairübchen
Brassica rapa ssp. rapa
Kreuzblütler (Brassicaceae)
Frost tolerant
Schwierigkeit: Leicht
Alternative Namen
Speiserübe, Herbstrübe, Weiße Rübe, Stoppelrübe, Wasserrübe, Navetten
Fruchtfolge Empfehlung
4 Jahre Anbaupause
Vorkultur
Mairübchen stellen keine besonderen Ansprüche an ihre Vorkultur. Da sie relativ Kohlhernie anfällig sind, sollte die Fruchtfolge zu anderen Kohlgewächsen unbedigt beachtet werden. Manche Beikräuter wie Hirtentäschle (Capsella bursa-pastoris) oder Ackerhellerkraut (Thlaspi arvense) gehören ebenfalls zur gleichen Familie wie das Mairübchen und können bei massenhaftem Auftreten die Fruchtfolge stören. Wird das Mairübchen als Herbstrübe angebaut, sind Erbsen und Buschbohne sehr gute Vorfrüchte.
Nachkultur
Als Nachkultur sind prinzipiell alle Gemüse geeignet, die nicht zur Familie der Kreuzblütler gehören. Durch ihre kurze Kulturzeit bieten sich Mairübchen gut als Zwischenkultur an.
Entwicklungszyklus
Mehrjährig
Im ersten Jahr werden die (ebenfalls) essbaren Blätter und die namensgebende Rübe ausgebildet. Im zweiten Jahr geht die Pflanze in Blüte und wird damit für den menschlichen Verzehr, nicht aber für diverse Insekten und Schmetterlinge, uninteressant.
Kommentar
Die Frosthärte ist sortenabhängig und hängt zudem mit dem Wachstumsstadium der Pflanzen zusammen. Leichte Förste werden in der Regel vertragen.
Eigene Erfahrungen: Es ist möglich, Mairübchen im Folientunnel zu überwintern. Dabei ist weniger die Kälte das Problem, sondern mehr Vernalisation. Als relativ schossfest hat sich die Sorte „Golden Ball“ bei mir erwiesen. Ob sich der Aufwand allerdings lohnt, steht auf einem anderen Blatt. In der Regel gibt es Kulturen, die sich deutlich besser für den Anbau über Winter eignen als Mairübchen.
Dadurch, dass neuerdings immer öfter die ersten Sätze im Folientunnel gepflanzt werden, wird das Überwintern von Mairübchen wirtschaftlich relativ uninteressant.
Satzdaten
| Ort | Saatdatum |
Anzuchtszeit
(in Tagen) |
Pflanzdatum |
Wachstumszeit
(in Tagen) |
Erntedatum | Erntefenster |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Freiland Vließ | 1. März | None | 55 | 25. April | 3 Wochen | |
| Freiland Vließ | 1. April | None | 50 | 21. Mai | 3 - 4 Wochen | |
| Freiland | 1. Mai | None | 46 | 16. Juni | 3 - 4 Wochen | |
| Freiland | 1. Juni | None | 40 | 11. Juli | 3 Wochen | |
| Freiland | 1. Juli | None | 42 | 12. August | 3 Wochen | |
| Freiland | 1. August | None | 45 | 15. September | 3 Wochen | |
| Freiland | 1. September | None | 50 | 21. Oktober | 2 - 3 Wochen |
Boden
Optimaler Bodentyp: Sand
optimaler ph-Wert
Zusatzinfos
Sand
Optimaler ph-Wert:
Wenn eine ausreichende Wasserversorgung gewährleistet ist, sind sandige Böden aufgrund ihrer schnellen Erwärmung im Frühjahr ideale Standorte für den Anbau von Mairübchen. Von der Verwendung von Mulch sollte bei so frühen Sätzen abgesehen werden, da Mulch die Erwärmung des Bodens behindert. In feuchten Frühjahren schafft Mulch zudem optimale Bedingungen für Schadpilze. Wenn überhaupt, sollte nur eine sehr dünne Schicht aus schnell verrotendem Material aufgetragen werden.
Sandiger Lehm
Optimaler ph-Wert:
Sandige Lehmböden sind für den Anbau von Mairübchen ebenfalls gut geeignet. Es muss ein wenig auf die Bodentemperatur geachtet werden und eventuell muss mit einer etwas längeren Kulturzeit gerechnet werden. Beim Anbau von Herbstsätzen spielt dies keine Rolle und die Herbstrübchen profitieren von der besseren Wasserhaltekraft der Böden.
Lehm
Optimaler ph-Wert:
Lehmböden sind nur bedingt für den Anbau von Mairübchen geeignet. Sie erwärmen sich zu langsam. Der Anbau auf Dämmen kann diesen Umstand ein wenig mildern. Insgesamt gibt es aber deutlich wirtschaftlichere Kulturen.
Ton
Optimaler ph-Wert:
Auf schweren Tonböden ist der Anbau von Mairübchen nicht zu empfehlen. Herbstrübchen können notfalls auf ihnen angebaut werden, dann am besten auf Dämmen. In sehr trockenen Jahren profitieren sie dann von der sehr guten Wasserhaltekraft toniger Böden.
Jungpflanze
Keimdauer
10 - 24 Tage
Keimung
Hoch
Okay
Optimal
Okay
5 °C
15 °C
20 °C
Devernalisation
Temperatur
18°C
Erklärung
Bei einem regulären Anbau und einer Ernte im Mai ist in der Regel nicht mit Problemen durch Vernalisation zu rechnen.
Jungpflanze
Hoch
Okay
Optimal
Okay
5 °C
12 °C
20 °C
In der Regel werden Mairübchen direkt in die Beete gesät, was eine Jungpflanzenanzucht überflüssig macht. In neuerer Zeit werden auch vermehrt Mairübchen als Jungpflanzen angeboten. Dabei werden vier bis fünf Saatkörner je Topf in einem 54-er-QuickPot ausgesät und in einem Abstand von etwa 30 × 30 cm gepflanzt. Gerade bei frühen Sätzen sind damit sehr gute Erträge und stabile Pflanzen möglich.
Abhärten
Da es sich in der Regel um Direktsaaten handelt, ist eine Abhärtung nicht möglich. Wenn doch Pflanzungen vorgenommen werden, dann bei sehr frühen Sätzen, die im Folientunnel angebaut werden und dementsprechend auch nicht abgehärtet werden. Sollten Pflanzbstände im Freiland geplant sein, kann man sie eine Woche vor der Pflanzung vorsichtig abhärten. Es ist darauf zu achten, dass auch Jungpflanzen schon von Kohlschädlingen, in diesem Fall wohl primär dem Kohlerdfloh, geschädigt werden können. Um dem vorzubeugen, sollten Kulturschutznetze verwendet werden.
Pflanzen
Pflanzabstand (cm)
Reihenabstand (cm)
Quelle
Konventionell
Pflanzabstand
10 - 15
Reihenabstand
25 - 50
LABER, H. et al. (2020): Gemüsebau. 3., erweiterte Auflage, Stuttgart: Eugen Ulmer Kg
Bio
Pflanzabstand
Reihenabstand
Marktgarten
Pflanzabstand
3
Reihenabstand
20
FORTIER, J.-M. (2020): Bio-Gemüse erfolgreich direktvermarkten (TELLIEZ, D., Übersetzerin). Innsbruck: Löwenzahn in der Studienverlag Ges.m.b.H.
OpenOrganicFarm
Pflanzabstand
10
Reihenabstand
20
Wachstum
Temperatur
Hoch
Okay
Optimal
Okay
5 °C
18 °C
20 °C
Bei Temperaturen unter fünf °C findet so gut wie kein Pflanzenwachstum mehr statt.
Optimaler Standort
Lichtbedarf
Sonnig
Mairübchen bevorzugen leichte (sandige) und humose Böden.
Wasserbedarf
Wasserbedarf
Mittel
Die Bewässerung für Mairübchen sollte durchgehend und gleichmäßig sein. Hohe Wassergaben nach vorheriger Trockenheit können zum Platzen der Rüben führen. Zu wenig Wasser führt zu Holzigkeit. Ein erhöhter Wasserbedarf besteht ab dem Ansatz der Rübe bis zur Ernte.
Mairübchen benötigen eine durchgehende und gleichmäßige Bewässerung.
Nährstoffbedarf
Nährstoffbedarf
Mittel
Es sollte auf keinen Fall frischer Stallmist gedüngt werden. Schweinemist in jeglicher Form sollte aufgrund der Gefahr von Kohlfliegen generell nicht verwenet werden.
Ernten
Einheit: Gewicht
Beste Erntezeit: Morgens
Mehrfachernte: Nein
Ernteinfos
Mairübchen lassen sich wie Radieschen beernten. Die Blätter sind schmackhaft und können sowohl roh als auch gekocht gegessen werden. Die Rübe kann einzelnd oder als Bund vermarktet werden. Bei einer einzelnen Vermarktung wird das Grün in der Regel abgeschnitten.
Ernteleistung
Lagerung
Mairübchen lassen sich nur schlecht über längere Zeit lagern und sollten schnell vermarktet werden. Bei Temperaturen von null bis einem °C und einer relativen Luftfeuchte von 97 % sind sie einige Tage lagerbar. Sie lässt sich sehr gut fermentieren.
Ertragskennzahlen
Durchschnittlicher Ertrag nach Anbaumethode
| Anbaumethode | Gewicht (kg/m²) | Anzahl (Stück/m²) |
|---|---|---|
| Konventionell | 1,15 (n=1) | - |