Knollensellerie
Apium graveolens var. rapaceum
Doldenblütler (Apiaceae)
Schwierigkeit: Schwer
Alternative Namen
Sellerie
Fruchtfolge Empfehlung
4-5 Jahre Anbaupause
Vorkultur
Gut geeignete Vorfrüchte sind eine überwinternde Gründüngung oder eine Zwischenfrucht. Ansonsten sind alle Gemüse, mit Ausnahme solcher aus der Familie der Doldenblüttler, als Vorfrucht geeignet.
Nachkultur
Durch seine recht lange Standzeit bietet sich als Folgekultur etwas mit kurzer Standzeit oder überwinternde Kulturen an. Denkbar wären zum Beispiel Feldsalat oder Barbarakraut.
Geschichte
Seine Ursprünge hat der Sellerie als kleines bitteres Kraut, das an den Küsten Europas, Westasiens und Nordafrikas heimisch ist. Die Germanen nannten es "merk" und bezeichneten damit eine an feuchten Standorten wachsende Pflanze. Unser heute bekannte Sellerie wurde vermutlich von italienischen Gärtnern um das 17. Jahrhundert herum aus seiner bitteren und krautigen Ursprungsform gezüchtet.
Entwicklungszyklus
Mehrjährig
Sellerie ist von seiner Entwicklung her auf zweijähriges Wachstum ausgelegt. Im ersten Jahr wird der von uns beerntete Teil ausgebildet. Im zweiten Jahr erfolgt die Blütenbildung. Durch zu niedrige Temperaturen bei Anzucht und Pflanzung kann Sellerie auch schon im ersten Jahr in Blüte gehen.
Kommentar
Satzdaten
| Ort | Saatdatum |
Anzuchtszeit
(in Tagen) |
Pflanzdatum |
Wachstumszeit
(in Tagen) |
Erntedatum | Erntefenster |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Folientunnel Doppelvließ | 5. Januar | 67 | 13. März | 83 | 4. Juni | 3 - 4 Wochen |
| Folientunnel Vließ | 26. Februar | 64 | 1. Mai | 77 | 17. Juli | 3 - 4 Wochen |
| Freiland | 17. März | 60 | 16. Mai | 69 | 24. Juli | 3 - 4 Wochen |
| Freiland | 17. März | 60 | 16. Mai | 112 | 5. September | 4 - 5 Wochen |
| Freiland | 4. April | 60 | 3. Juni | 107 | 18. September | 4 - 5 Wochen |
| Freiland | 15. April | 57 | 11. Juni | 80 | 30. August | 3 Wochen |
Boden
Optimaler Bodentyp: Lehm
Optimaler ph-Wert: 6.5 - 7
optimaler ph-Wert
Zusatzinfos
Sand
Optimaler ph-Wert:
Bei sehr frühen Anbausätzen ist die schnellere Erwärmung von sandigen Böden ein großer Vorteil. Allerdings ist Sellerie, für optimale Erträge, auf eine kontinuierliche Nährstoff- und Wasserversorgung angewiesen, was bei Sandböden schnell problematisch werden kann. Gezielter Humusaufbau, Mulch und eine Tropfbewässerung können hier helfen.
Sandiger Lehm
Optimaler ph-Wert:
Sandige Lehmböden sind an sich gut für den Anbau von Sellerie geeignet. Aber auch hier sollte auf eine ausreichende Düngung und eine kontinuierliche Wasserversorgung geachtet werden.
Lehm
Optimaler ph-Wert:
Lehmböden sind für den Anbau von Sellerie gut geeignet. Sie müssen vor der Pflanzung ausreichend Zeit haben, sich zu erwärmen, angestrebt werden sollten Temperaturen ab 14 °C. Zudem darf der Boden nicht staunass sein.
Ton
Optimaler ph-Wert:
Tonböden können in kalten und feuchten Jahren Probleme durch Staunässe und zu niedrige Bodentemperaturen bereiten. Andererseits verfügen sie über ein sehr gutes Wasser- und Nährstoffhaltevermögen, was in trockenen Jahren von Vorteil ist. Es kann über den Anbau auf Dämmen nachgedacht werden. Diese erwärmen sich schneller und sind nicht anfällig für Staunässe.
Jungpflanze
Keimdauer
8 - 14 Tage
Keimung
Hoch
Okay
Optimal
Okay
Niedrig
14 °C
18 °C
19 °C
26 °C
Vernalisation
Temperatur
14°C
Dauer
14,0 Tage
Devernalisation
Temperatur
20°C
Erklärung
Temperaturen von fünf bis acht °C wirken auf Sellerie besonders stark in Bezug auf die Vernalisation. Bei frühen Anbausätzen vor Mitte Mai sollte unbedingt unter Folie angebaut werden, beziehungsweise sollten Thermovließe verwendet werden. Dies dient vor allem dazu, die Temperaturen temporär auf über 20 °C anzuheben und dadurch den Effekt der Devernalisation zu begünstigen.
Jungpflanze
Hoch
Okay
Optimal
Okay
Niedrig
14 °C
16 °C
18 °C
26 °C
Temperaturen unter 14 °C können dazu führen, dass der Sellerie in Blüte geht.
Abhärten
Sellerie sollte etwa eine Woche vor der Pflanzung gegen Kälte abgehärtet werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Temperturen nicht dauerhaft unter 14°C sinken, da er sonst vernalisiert.
Ein Trockenhalten der Jungpflanzen führt ebenfalls zu einer gewissen Abhärtung gegen Trockenheit. Es sollte aber nicht übertrieben werden, um die jungen Pflanzen nicht zu beschädigen.
Pflanzen
Pflanzabstand (cm)
Reihenabstand (cm)
Quelle
Konventionell
Pflanzabstand
30.0
Reihenabstand
50.0
LABER, H. et al. (2020): Gemüsebau. 3., erweiterte Auflage, Stuttgart: Eugen Ulmer KG.
Bio
Pflanzabstand
40
Reihenabstand
75
Reyhaneh, E. (2017): Ökologischer Gemüsebau. Mainz: Bioland Verlags GmbH
Marktgarten
Pflanzabstand
Reihenabstand
OpenOrganicFarm
Pflanzabstand
30
Reihenabstand
35
Wachstum
Temperatur
Hoch
Okay
Optimal
Okay
Niedrig
14 °C
16 °C
24 °C
26 °C
Optimaler Standort
Lichtbedarf
Sonnig
Sellerie mag keine verdichteten oder staunassen, sauerstoffarmen Böden. Der Standort sollte windoffen sein, da ab einer Blattnässezeit von ca. 72 Stunden das Risiko einer Ausbreitung von Septoria apiicola exponentiell steigt. Die Bodentemperatur sollte mindestens 14 °C betragen, so dass sandige Standorte bei frühen Anbausätzen zu bevorzugen sind, da sie sich schneller erwärmen als andere Bodenarten.
Wenn möglich, sollte Abstand zu Beständen aus der Familie der Kürbisgewächse gehalten werden, da der Gurkenmosaik-Virus auch auf Knollensellerie übertragbar ist.
Wasserbedarf
Wasserbedarf
Hoch
Sellerie benötigt für optimale Erträge eine durchgehende Bodenfeuchte. Als Bewässerungsstrategie sollten öfter geringe Mengen an Wasser gegeben werden, anstatt großer Wassermassen auf einmal.
Sellerie benötigt eine kontinuierliche Bewässerung. Es ist beim Wässern darauf zu achten, dass keine Staunässe entsteht und die Blätter schnell abtrocknen können (sonst besteht die Gefahr eines Befalls mit Septoria apiicola). Der Hauptwasserbedarf von Sellerie besteht während des Ansatzes und Wachstums der Knolle. Dies betrifft meist den Zeitraum von Mitte Juli bis Mitte September.
Nährstoffbedarf
Nährstoffbedarf
Mittel
Knollensellerie ist auf eine ausreichende Versorgung mit dem Spurenelement Bor angewiesen. Dieses kann bei anhaltender Trockenheit beziehungsweise hohem pH-Wert nicht pflanzenverfügbar sein. Es ist somit auf eine durchgehende Bewässerung zu achten und Kalkgaben direkt vor der Pflanzung sind, wenn möglich, zu vermeiden. Der pH-Wert sollte sich idealerweise im Bereich um 6,5 herum bewegen.
Ernten
Einheit: Gewicht
Beste Erntezeit: Mittags
Mehrfachernte: Nein
Ernteinfos
Bei der Ernte wird der Sellerie mit der linken Hand am Grün gegriffen. Die rechte Hand führt ein Messer knapp unter der Oberfläche und kappt die Wurzeln. Die Knolle darf bei der Ernte auf keinen Fall verletzt werden, wenn sie längere Zeit eingelagert werden soll. Ein Rest anhaftender Erde erhöht ebenfalls die Lagerdauer. Das Grün wird abgedreht oder vorsichtig abgeschnitten. Wie bei allem eingelagerten Gemüse darf auf keinen Fall krankes oder beschädigtes Erntegut eingelagert werden. Man kann den Geruchstest machen. Was unangenehm riecht, darf nicht ins Lager. Auch anhaftende, feuchte, schleimige Erde kann ein Indiz für eine Infektion des Selleries sein.
Will man seinen Sellerie in den Handel bringen, so muss die UNECE- Norm FFV- 59 für Wurzel- und Knollengemüse beachtet werden. Sie legt einheitliche Qualitätsstandards für die Erzeugnisse fest.
Ernteleistung
Lagerung
Sellerie kann bei einer Temperatur um die 0 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 98 % bis zu acht Monate gelagert werden.
Ertragskennzahlen
Durchschnittlicher Ertrag nach Anbaumethode
| Anbaumethode | Gewicht (kg/m²) | Anzahl (Stück/m²) |
|---|---|---|
| Bio |
3,53
(n=12)
Min: 2,96, Max: 4,38 |
13,30 (n=1) |
| Konventionell |
5,30
(n=10)
Min: 4,67, Max: 7,50 |
- |
| Unbekannt |
4,79
(n=12)
Min: 4,45, Max: 5,29 |
- |