Kohlrabi
Brassica oleracea var. gongylodes
Kreuzblütler (Brassicaceae)
Schwierigkeit: Mittel
Fruchtfolge Empfehlung
3-4 Jahre
Vorkultur
Vor Kohlrabi sollten keine Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler werden, da ansonsten die Gefahr einer Infektion mit Kohlhernie, Verticillium, Adernschwärze, Pseudomonas oder falschem Mehltau stark ansteigt.
Nachkultur
Nach Kohlrabi Kohlrabi sollten keine Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler werden, da ansonsten die Gefahr einer Infektion mit Kohlhernie, Verticillium, Adernschwärze, Pseudomonas oder falschem Mehltau stark ansteigt. Gut geeignet sind Salate oder Hülsenfrüchte.
Entwicklungszyklus
Mehrjährig
Im ersten Jahr bildet sich bei Kohlrabi die Sprossknolle. Im zweiten Jahr wächst ein Stängel mit einem verzweigten Blütenstand.
Kommentar
Nicht ausreichend abgehärtete Kohlrabi-Jungpflanzen sind besonders empfindlich. Dies umso mehr, wenn die Kalium- und/oder Wasserversorgung ungenügend ist. Als Schadbild treten spröde Blattstiele und eine Weißfärbung der Blätter auf. Der reife Kohlrabi sollte vor dem ersten Frost abgeerntet werden.
Eigene Erfahrung: Gut abgehärtete Jungpflanzen können durchaus kurzfristig Temperaturen von −2° C vertragen. Es empfiehlt sich aber der Einsatz von Vliesen, um die gefärdeten Sätze warmzuhalten.
Für erfahrene Gärtnernde gibt es die Möglichkeit, Kohlrabi im Folientunnel zu überwintern. Wichtig dabei ist, dass die Pflanzen vor dem Knollenansatz im Zwei- bis Vierblattstadium in die Winterruhe gehen und gut versorgt sowie abgehärtet sind. Sie werden dann im Frühjahr etwa Mandarinengroß mit Blatt geerntet und vermarktet. Sie sind besonders zart und süß im Geschmack. Als geeignet hierfür hat sich unter anderem die Sorte Azur Star erwiesen. Da durch andauernde Temperaturen unter 12 °C der Blühreiz ausgelöst wird, sollte der Kohlrabi im Folgejahr früh geerntet werden und es muss genau beobachtet werden, ob er anfängt, in Blüte zu gehen.
Satzdaten
| Ort | Saatdatum |
Anzuchtszeit
(in Tagen) |
Pflanzdatum |
Wachstumszeit
(in Tagen) |
Erntedatum | Erntefenster |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Folientunnel | 3. Januar | 64 | 8. März | 58 | 5. Mai | 4 Wochen |
| Folientunnel | 14. Januar | 57 | 12. März | 56 | 7. Mai | 4 Wochen |
| Folientunnel | 13. Februar | 43 | 28. März | 53 | 20. Mai | 3 Wochen |
| Freiland Vließ | 24. Februar | 40 | 5. April | 58 | 2. Juni | 3 Wochen |
| Freiland Vließ | 15. März | 33 | 17. April | 52 | 8. Juni | 3 Wochen |
| Freiland Vließ | 28. März | 31 | 28. April | 49 | 16. Juni | 3 Wochen |
| Freiland | 20. April | 25 | 15. Mai | 45 | 29. Juni | 3 Wochen |
| Freiland | 24. Mai | 22 | 15. Juni | 40 | 25. Juli | 3 Wochen |
| Freiland | 8. Juni | 20 | 28. Juni | 40 | 7. August | 3 Wochen |
| Freiland | 1. Juli | 20 | 21. Juli | 46 | 5. September | 3 Wochen |
| Freiland | 28. Juli | 21 | 18. August | 56 | 13. Oktober | 3 Wochen |
| Folientunnel | 14. November | 75 | 28. Januar | 66 | 4. April | 4 Wochen |
| Folientunnel | 14. Dezember | 70 | 22. Februar | 60 | 23. April | 4 Wochen |
| Folientunnel | 23. Dezember | 68 | 1. März | 60 | 30. April | 4 Wochen |
Boden
Optimaler Bodentyp: Sandiger Lehm
Optimaler ph-Wert: 5.5 - 7.5
optimaler ph-Wert
Zusatzinfos
Sand
Optimaler ph-Wert:
Sandige Böden sind besonders geeignet für den frühen Anbau von Kohlrabi, da sie sich schnell erwärmen und gut abtrocknen. Es kann zu Problemen bei der Nährstoffversorgung und der gleichmäßigen Wasserversorgung kommen. Hier ist ein besonderes Augenmerk drauf zu legen. Die Verwendung von Mulch und Tropfbewässerung kann helfen, den Boden gleichmäßig feucht zu halten. Die Verwendung von Mulch fördert den Aufbau von Humus. Im Spätherbst trocknet der Boden gut ab, was die Gefahr eines Befalls mit Schadpilzen senkt.
Sandiger Lehm
Optimaler ph-Wert:
Sandige Lehmböden sind gut für den Anbau von Kohlrabi im Frühjahr geeignet. Sie erwärmen sich recht schnell und trocknen aber auch gut ab, was das Risiko eines Befalls des Kohlrabis mit Schadpilzen senkt. Im Gegensatz zu Sand ist durch den höheren Lehmanteil die Wasser- und Nährstoffversorgung unkomplizierter. Die Verwendung von Mulch und Tropfbewässerung bietet sich auch bei sandigen Lehmböden an.
Im Spätherbst trocknet der Boden relativ gut ab, was die Gefahr eines Befalls mit Schadpilzen etwas reduziert.
Lehm
Optimaler ph-Wert:
6.4 - 7.2
Lehmböden verfügen über gute Wasser- und Nährstoffspeicherkapazitäten. In der Regel trocknen sie schnell genug ab, um auch im Frühjahr oder Herbst kein erhöhtes Risiko eines Befalls des Kohlrabis mit Schadpilzen zu verursachen. Bei Bedarf bietet sich ein Anbau auf Dämmen an, wenn der Boden zu feucht ist oder Staunässe aufweist.
Ton
Optimaler ph-Wert:
Tonböden verfügen über eine sehr gute Wasser- und Nährstoffspeicherkapazität. Im Frühjahr und Herbst können Böden mit hohem Tonanteil sehr feucht sein, was das Risiko eines Befalls mit Schadpilzen für den Kohlrabi erhöht. Staunässe ist auf jeden Fall zu vermeiden, um Fäulerregern an den Wurzeln vorzubeugen. Bei sehr feuchten Standorten sollte über einen Anbau auf Dämmen nachgedacht werden.
Jungpflanze
Keimdauer
6 - 9 Tage
Keimung
Mittel
Okay
Optimal
Okay
Niedrig
14 °C
18 °C
20 °C
25 °C
Vernalisation
Temperatur
12°C
Dauer
28,0 Tage
Devernalisation
Temperatur
16°C
Erklärung
Ab dem dritten Blatt (die Keimblätter werden dabei nicht mitgezählt) ist Kohlrabi vernalisationsempfindlich. Die angegebenen Vernalisations- bzw. Devernalisationstemperaturen müssen jeweils über mehrere Stunden auftreten, um überhaupt wirksam zu werden. Zudem müssen sie wiederkehrend über mehrere Wochen vorhanden sein, um die Blütenbildung zu forcieren.
Jungpflanze
Hoch
Okay
Optimal
Okay
Mittel
12 °C
16 °C
18 °C
25 °C
Abhärten
Etwa ein bis zwei Wochen vor der Pflanzung sollten die Kohlrabi Jungpflanzen an die vorherrschenden Außentemperaturen, die Sonnenlichtintensität sowie Wind und Regen angepasst werden. Ab Anfang April sollte ein Netz gegen Schadfalter über die Jungpflanzen ausgebreitet werden. Stehen die Pflanzen auf dem Boden, ist zu überprüfen, ob nicht auch ein engmaschiges Netz gegen den Kohlerdfloh erforderlich wird. Mäuse können ebenfalls hohe Ausfälle bei den Jungpflanzen verursachen. Bei vielen Mäusen im Betrieb hilft es, die Pflanzen auf Tische zu stellen oder sich eine jagdfreudige Katze anzuschaffen.
Pflanzen
Pflanzabstand (cm)
Reihenabstand (cm)
Quelle
Konventionell
Pflanzabstand
30
Reihenabstand
30
Laber, H. (2014): Gemüsebau. Stuttgart: Ulmer.
Bio
Pflanzabstand
25 - 30
Reihenabstand
25 - 30
Reyhaneh, E. (2017): Ökologischer Gemüsebau. Mainz: Bioland Verlags GmbH.
Marktgarten
Pflanzabstand
20
Reihenabstand
25
FORTIER, J.-M. (2020): Bio-Gemüse erfolgreich direktvermarkten (TELLIEZ, D., Übersetzerin). Innsbruck: Löwenzahn in der Studienverlag Ges.m.b.H.
OpenOrganicFarm
Pflanzabstand
25
Reihenabstand
20
Wachstum
Temperatur
Hoch
Okay
Optimal
Okay
Niedrig
12 °C
18 °C
24 °C
25 °C
Bei anhaltenden Tagesdurchschnittstemperaturen von 5 bis 12 °C vernalisiert Kohrabi und beginnt in Blüte zu gehen. Je nach Sorte kann es zudem bei zu niedriger Temperatur zur Ausbildung von flaschenförmigen Knollen kommen. Dies stellt eher einen optischen Mangel als eine tatsächliche qualitative Beeinträchtigung dar.
Optimaler Standort
Lichtbedarf
Sonnig
Kohlrabi sollte an einem sonnigen und vom Wind durchfluteten Standort stehen. Blätter und Knolle müssen schnell abtrocknen können, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.
Wasserbedarf
Wasserbedarf
Mittel
Nach dem Pflanzen sollte der Kohlrabi ausreichend bewässert werden, empfohlen sind 10 bis 12 mm (10 bis 12 Liter je Quadratmeter bei sehr trockenen Böden), damit er gut anwachsen kann. Der Hauptwasserbedarf besteht ab der Knollenbildung. Zu diesem Zeitpunkt sollte der Boden immer gleichmäßig feucht gehalten werden (Feldkapazität min. 65 %), um ein zügiges Wachstum zu ermöglichen und Holzigkeit zu vermeiden. Gleichmäßig bewässern, um Platzer zu vermeiden. Drei bis vier Tage vor der Ernte Bewässerung einstellen.
Für den marktfähigen Anbau von Kohlrabi muss eine Bewässerungsmöglichkeit vorhanden sein. Zur Anwachsphase stärker gießen, dann etwas weniger ab sichtbarer Knollenbildung kontinuierlich wässern. Zu wenig Wasser führt zu Holzigkeit. Unregelmäßige Bewässerung führt zu Platzern bei den Knollen. Beides führt zu einer signifikanten Qualitätsbeeinträchtigung beim Kohlrabi.
Nährstoffbedarf
Nährstoffbedarf
Mittel
Eigene Erfahrung: Keine Düngung mit frischem Mist. Besonders Schweinemist. Sonst provoziert man einen massiven Kohlfliegenbefall, der zu Totalausfall führen kann.
Ernten
Einheit: Anzahl
Beste Erntezeit: Morgens
Mehrfachernte: Nein
Ernteinfos
Die Kohlrabiernte erfolgt per Hand. Das Laub wird in der Regel mitvermarktet und kann auch mitverzehrt werden (andünsten oder als Salat). In der Vermarktung soll das Laub vor allem Frische suggerieren und wird oft nicht mitverzehrt. Im Frühjahr wird Kohlrabi kleiner geerntet (ab ca. 12 cm Durchmesser), ab dem Sommer dann größere (15 cm Durchmesser und mehr). Kohlrabi sollte rechtzeitig geerntet werden, da er bei Überreife holzig wird.
Bei der Kohlrabiernte befindet sich in der rechten Hand eine Rosenschere. Auf der linken Seite steht die Erntekiste bereit. Mit der linken Hand wir die Knolle umfasst und leicht zur Seite gedrückt. Mit der Rosenschere wird nun dicht an der Knolle der Strunk durchtrennt. Wenn nötig werden kranke Blätter entfernt. Der Kohlrabi wird links in der Kiste abgelegt. Ziel sind so wenig Handgriffe wie möglich. Beim Schneiden mit der Rosenschere ist darauf zu achten, dass sich die Finger der linken Hand nicht im Bereich der Schnittfläche befinden!
Ernteleistung
Im industriellen Anbau können etwa 270 Stück Kohlrabi je Arbeitskraft und Stunde geerntet werden.
Eigene Erfahrung: Im Market Garden sind bei guter Erntelogistik etwa 120 bis 150 Stück Kohlrabi je Arbeitskraft und Stunde zu ernten.
Lagerung
Eine Lagerung von Kohlrabi kann bei Temperaturen von 2 bis 3 °C (nicht unter 0°C) erfolgen. Mit Blättern und bei Luftfeuchte um 97 % ist Kohlrabi ca. drei bis vier Wochen lagerbar. Ohne Blätter lässt sich Kohlrabi über drei Monate lagern. Kohlrabi ist ethylenempfindlich und sollte nicht mit stark Ethylen abgebenen Obst oder Gemüse gemeinsam gelagert werden.
Eigene Erfahrung: Im kühlen Keller mit regelmäßig angefeuchteten Tuch abgedeckt, ist Kohlrabi mit Blatt etwa zwei bis drei Wochen lagerbar.
Ertragskennzahlen
Durchschnittlicher Ertrag nach Anbaumethode
| Anbaumethode | Gewicht (kg/m²) | Anzahl (Stück/m²) |
|---|---|---|
| Bio |
2,21
(n=7)
Min: 1,88, Max: 3,00 |
14,27
(n=6)
Min: 7,94, Max: 17,65 |
| Konventionell |
3,38
(n=6)
Min: 3,24, Max: 3,78 |
11,31
(n=4)
Min: 8,25, Max: 15,50 |
| Unbekannt |
3,38
(n=12)
Min: 3,13, Max: 3,98 |
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