Pastinake
Pastinaca sativa
Doldenblütler (Apiaceae)
Frost tolerant
Schwierigkeit: Mittel
Fruchtfolge Empfehlung
4-5 Jahre
Vorkultur
Gut geeignet für den Anbau als Vorfrucht vor Pastinaken sind Leguminosen, wie zum Beispiel Bohnen und Erbsen. Insgesamt eignen sich auch Kulturen, die den Boden tiefgründig lockern, wie zum Beispiel Winterkohl oder eine Gründüngung. Es muss allerdings darauf geachtet werden, dass nicht zu viele organische Reste im Boden sind, da die Pastinake ansonsten mit Beinigkeit reagiert.
Nachkultur
Als Folgekultur nach Pastinaken bietet sich eine überwinternde Gründüngung an. Winterroggen ist eine fruchtfolgeneutrale Variante. Je nach Erntetermin der Pastinake können aber auch Gemenge oder Leguminosen interessant sein. Idealerweise fragt man einfach bei dem Saatgutlieferanten seiner Wahl, welche Gründüngung sich für den eigenen Betrieb anbietet.
Geschichte
Im Mittelalter war die Pastinake ein sehr verbreitetes Nahrungsmittel in Europa. Ab dem 18. Jahrhundert wurde sie dann schrittweise von Möhren und Kartoffeln verdrängt und führt heute eher ein Nischendasein.
Eigene Erfahrungen
Der Anbau und das Experimentieren mit Pastinaken können sich dennoch lohnen, vor allem wenn man die nötigen Rezepte an die Kundinnen mitliefert.
Entwicklungszyklus
Einjährig
Pastinake ist zweijährig. Im ersten Jahr bildet sich die für unsere Ernährung interessante Knolle, im zweiten Jahr geht sie in Blüte und ernährt dann diverse Insekten, darunter auch viele Nützlinge. Schwebfliegen zum Beispiel lieben blühende Doldenblütler, zu denen auch Pastinaken gehören.
Kommentar
Die Pastinake ist weitgehend frosthart und kann in Europa in der Regel problemlos auf dem Feld überwintern. Einziges Problem dabei können Wühlmäuse sein, denn die schätzen Pastinake als Nahrungsquelle ebenso sehr wie wir.
Satzdaten
| Ort | Saatdatum |
Anzuchtszeit
(in Tagen) |
Pflanzdatum |
Wachstumszeit
(in Tagen) |
Erntedatum | Erntefenster |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Freiland | 1. März | None | 185 | 2. September | 24 Wochen | |
| Freiland | 15. April | None | 170 | 2. Oktober | 24 Wochen | |
| Freiland | 1. Mai | None | 155 | 3. Oktober | 24 Wochen | |
| Freiland | 15. Mai | None | 160 | 22. Oktober | 24 Wochen |
Boden
Optimaler Bodentyp: Sandiger Lehm
Optimaler ph-Wert: 6 - 7
optimaler ph-Wert
Zusatzinfos
Sand
Optimaler ph-Wert:
Sandige Böden sind für den Anbau von Pastinaken geeignet, wenn eine ausreichende Bewässerungsmöglichkeit vorhanden ist.
Eigene Erfahrungen:
Im kleinstrukturierten Anbau ist es verlockend, Tropfbewässerung in die Anbaureihen der Pastinaken zu legen. Daran ist erstmal nichts verkehrt. Bis die Wühlmaus ins Spiel kommt. In sehr trockenen Jahren folgt sie der einzig feuchten Spur unserer Tropfbewässerung und damit in gerader Linie unseren jungen Pastinaken. Ich habe schon einige Bestände auf diese Art verloren, so dass ich in trockenen Jahren junge Pastinaken immer über Kopf bewässere. Erst wenn sie mit dem Knollenansatz beginnen, sind sie halbwegs sicher und ich lege die Tropfbewässerung.
Sandiger Lehm
Optimaler ph-Wert:
Sandige Lehmböden sind sehr gut für den Anbau von Pastinaken geeignet. Es ist auf eine ausreichende, gleichmäßige Bewässerung in der Hauptwachstumszeit (Juli bis Oktober) zu achten.
Lehm
Optimaler ph-Wert:
Lehmige Böden sind, wenn sie tiefgründig gelockert und nicht staunass sind, für den Anbau von Pastinaken geeignet. Es kann zu Problemen bei der Ernte kommen. Hier kann man entweder auf kürzer wachsende Sorten ausweichen oder die Pastinaken auf Dämmen anbauen.
Ton
Optimaler ph-Wert:
Schwere, tonige Böden sind nur bedingt für den Anbau von Pastinaken geeignet. Der Anbau in Dämmen kann funktionieren, aber es gibt sinnvollere Kulturen, zum Beispiel Kopfkohl und Rosenkohl, die man auf diesem Bodentyp anbauen kann.
Jungpflanze
Keimdauer
14 - 21 Tage
Keimung
No optimal data
Vernalisation
Temperatur
10°C
Dauer
42,0 Tage
Erklärung
Pastinaken vernalisieren bei etwa zwei °C besonders stark. Bei den empfohlenen Aussaatterminen für Pastinaken ist eine unerwünschte Blüte durch Vernalisation als sehr gering einzuschätzen, da die Dauer der niedrigen Temperaturen, die einwirken müssen, um den Prozess zu starten, recht lang ist. Bei frühen Sätzen können Vließe bis zur Keimung aufgelegt werden. Diese helfen auch, den Boden vor Austrocknung zu schützen, und erhalten so die wichtigen feuchten Keimbedingungen für die Pastinake. Vorsicht ist bei einem hohen Mäuseaufkommen im Betrieb geboten. Die Nager finden unter dem Vließ optimale Bedingungen vor und können ganze Aussaaten vernichten.
Jungpflanze
No optimal data
Pflanzen
Pflanzabstand (cm)
Reihenabstand (cm)
Quelle
Konventionell
Pflanzabstand
7.0
Reihenabstand
40.0
LABER, H. et al. (2020): Gemüsebau. 3., erweiterte Auflage, Stuttgart: Eugen Ulmer KG.
Bio
Pflanzabstand
5 - 6
Reihenabstand
37 - 75
Reyhaneh, E. (2017): Ökologischer Gemüsebau. Mainz: Bioland Verlags GmbH
Marktgarten
Pflanzabstand
Reihenabstand
OpenOrganicFarm
Pflanzabstand
7
Reihenabstand
20
Wachstum
Temperatur
Okay
Optimal
Okay
16 °C
20 °C
Optimaler Standort
Lichtbedarf
Sonnig
Pastinaken brauchen unbedingt gut durchfeuchtete und tief gelockerte Böden (mindestens 30 cm), um optimale Erträge zu erbringen. Der Anbau auf Dämmen und die Verlegung von Tropfbewässerung können auf schwierigen Standorten helfen, Pastinaken wirtschaftlich anzubauen.
Wasserbedarf
Wasserbedarf
Mittel
Pastinake braucht gleichmäßig feuchte Bodenbedingungen für optimale Erträge. Besonders in den Monaten ihrer Hauptwachstumszeit (Juli bis Oktober) werden pro Monat etwa 15 bis 20 Liter Wasser je Quadratmeter benötigt.
Pastinaken haben oft Probleme bei der Keimung und neigen dazu, uneinheitlich aufzulaufen. Umso wichtiger ist es, die Keimbedingungen so optimal wie möglich zu gestalten. Neben einem gut vorbereiteten Saatbeet gehört auch, dass die Saat feucht liegt. Im Zweifelsfall sollte das Beet vor der Saat gut durchfeuchtet werden und auch anschließend auf eine durchgehende Feuchtigkeit geachtet werden.
Nährstoffbedarf
Nährstoffbedarf
Mittel
Bei der Verwendung von Stallmist zur Düngung von Pastinaken soll man nur gut abgelagerten Mist verwenden, sonst kann es zu einem Anstieg von Schäden durch die Möhrenfliege kommen. Vor dem direkten Anbau von Pastinaken sollte nicht gekalkt werden. Bei einer übermäßigen Stickstoffdüngung fördert die Pastinake mehr ihr Blattwachstum und die Knollen bleiben klein.
Ernten
Einheit: Gewicht
Beste Erntezeit: Morgens
Mehrfachernte: Nein
Ernteinfos
Das Wichtigste vorneweg: Pastinakenlaub ist phototoxisch!
Bei Handernte wird der Boden vorsichtig mit einer Grabgabel gelockert. Der richtige Abstand zu den Pastinaken ist dabei entscheidend, damit man sie nicht beschädigt. Anschließend wird das Grün per Hand abgedreht und die Pastinake in Erntekisten gelegt.
Machinell kann mit Klemmbandroder oder, nachdem das Laub abgeschlegelt wurde, auch mit einem Kartoffelroder geerntet werden.
Ernteleistung
Lagerung
Pastinaken werden ungewaschen eingelagert. Bei ca. 95 % Luftfeuchte und einer Temperatur von null bis einem °C sind sie bis zu sechs Monate lagerbar.
Pastinaken neigen zum Schrumpeln, wenn die Luftfeuchte nicht optimal ist. Eine Abdeckung der Lagerkisten mit Vließen oder Lochfolien kann dem (ein wenig) entgegenwirken.
Ertragskennzahlen
Durchschnittlicher Ertrag nach Anbaumethode
| Anbaumethode | Gewicht (kg/m²) | Anzahl (Stück/m²) |
|---|---|---|
| Bio | 5,00 (n=1) | - |
| Konventionell | 4,25 (n=1) | - |