Stangensellerie
Apium graveolens var. dulce
Doldenblütler (Apiaceae)
Schwierigkeit: Schwer
Alternative Namen
Sellerie
Fruchtfolge Empfehlung
3 Jahre Anbaupause
Vorkultur
Gut geeignete Vorfrüchte für Stangensellerie sind eine überwinternde Gründüngung oder eine Zwischenfrucht. Ansonsten sind alle Gemüse, mit Ausnahme solcher aus der Familie der Doldenblüttler, als Vorfrucht geeignet.
Nachkultur
Durch seine recht lange Standzeit bietet sich als Folgekultur etwas mit kurzer Standzeit oder überwinternde Kulturen an. Denkbar wäre ein später Schnittsalatsatz oder aber Rauke, Feldsalat und Radieschen.
Geschichte
Seine Ursprünge hat der Sellerie als kleines bitteres Kraut, das an den Küsten Europas, Westasiens und Nordafrikas heimisch ist. Die Germanen nannten es „Merk“ und bezeichneten damit eine an feuchten Standorten wachsende Pflanze. Unser heute bekannter Sellerie wurde vermutlich von italienischen Gärtnern um das 17. Jahrhundert herum aus seiner bitteren und krautigen Ursprungsform gezüchtet.
Entwicklungszyklus
Einjährig
Sellerie ist von seiner Entwicklung her auf zweijähriges Wachstum ausgelegt. Im ersten Jahr wird der von uns beerntete Teil ausgebildet. Im zweiten Jahr erfolgt die Blütenbildung. Durch zu niedrige Temperaturen bei Anzucht und Pflanzung kann Sellerie auch schon im ersten Jahr in Blüte gehen.
Kommentar
Satzdaten
| Ort | Saatdatum |
Anzuchtszeit
(in Tagen) |
Pflanzdatum |
Wachstumszeit
(in Tagen) |
Erntedatum | Erntefenster |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Freiland Doppelvließ | 15. Januar | 60 | 16. März | 89 | 13. Juni | 4 Wochen |
| Folientunnel | 27. Februar | 56 | 24. April | 74 | 7. Juli | 4 Wochen |
| Freiland | 16. März | 49 | 4. Mai | 67 | 10. Juli | 5 Wochen |
| Freiland | 1. Mai | 44 | 14. Juni | 63 | 16. August | 4 Wochen |
| Freiland | 1. Juni | 42 | 13. Juli | 77 | 28. September | 3 - 4 Wochen |
Boden
Optimaler Bodentyp: Lehm
optimaler ph-Wert
Zusatzinfos
Sand
Optimaler ph-Wert:
Bei sehr frühen Anbausätzen ist die schnellere Erwärmung von sandigen Böden ein großer Vorteil. Allerdings ist Sellerie für optimale Erträge auf eine kontinuierliche Nährstoff- und Wasserversorgung angewiesen, was bei Sandböden schnell problematisch werden kann. Humusaufbau, Mulch und eine Tropfbewässerung können hier helfen.
Sandiger Lehm
Optimaler ph-Wert:
Sandige Lehmböden sind an sich gut für den Anbau von Sellerie geeignet. Aber auch hier sollte auf eine ausreichende Düngung und eine kontinuierliche Wasserversorgung geachtet werden.
Lehm
Optimaler ph-Wert:
Lehmböden sind für den Anbau von Sellerie gut geeignet. Sie sollten vor der Pflanzung ausreichend Zeit haben, sich zu erwärmen, und nicht staunass sein.
Ton
Optimaler ph-Wert:
Tonböden können in kalten und feuchten Jahren Probleme durch Staunässe und zu niedrige Bodentemperaturen bereiten. Andererseits verfügen sie über ein sehr gutes Wasser- und Nährstoffhaltevermögen, was in trockenen Jahren von Vorteil ist.
Jungpflanze
Keimdauer
6 - 14 Tage
Keimung
Hoch
Okay
Optimal
Okay
Niedrig
14 °C
18 °C
19 °C
26 °C
Vernalisation
Temperatur
14°C
Dauer
14,0 Tage
Devernalisation
Temperatur
20°C
Erklärung
Temperaturen von fünf bis acht °C wirken auf Sellerie besonders stark in Bezug auf die Vernalisation.
Jungpflanze
Hoch
Okay
Optimal
Okay
Niedrig
14 °C
16 °C
18 °C
26 °C
Anhaltende Temperaturen unter 14 °C können dazu führen, dass der Sellerie (ungewollt) in Blüte geht.
Abhärten
Sellerie sollte etwa eine Woche vor der Pflanzung gegen Kälte abgehärtet werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Temperturen nicht dauerhaft unter 14°C sinken, da er sonst vernalisiert.
Pflanzen
Pflanzabstand (cm)
Reihenabstand (cm)
Quelle
Konventionell
Pflanzabstand
30.0
Reihenabstand
30.0
LABER, H. et al. (2020): Gemüsebau. 3., erweiterte Auflage, Stuttgart: Eugen Ulmer KG.
Bio
Pflanzabstand
40
Reihenabstand
50 - 75
Reyhaneh, E. (2017): Ökologischer Gemüsebau. Mainz: Bioland Verlags GmbH
Marktgarten
Pflanzabstand
Reihenabstand
OpenOrganicFarm
Pflanzabstand
30
Reihenabstand
20
Wachstum
Temperatur
Hoch
Okay
Optimal
Okay
Niedrig
14 °C
16 °C
24 °C
26 °C
Optimaler Standort
Lichtbedarf
Sonnig
Sellerie mag keine verdichteten oder staunassen, sauerstoffarmen Böden. Der Standort sollte windoffen sein, da ab einer Blattnässezeit von ca. 72 Stunden das Risiko einer Ausbreitung von „Septoria apiicola“ exponentiell steigt. Die Bodentemperatur sollte mindestens 14 °C betragen, so dass sandige Standorte bei frühen Sätzen zu bevorzugen sind.
Wasserbedarf
Wasserbedarf
Hoch
Durch Wassermangel ist beim Anbau von Sellerie mit starken Ertragseinbußen zu rechnen. Der Gesamtwasserbedarf liegt in trockenen Jahren bei bis zu 200 Liter je Quadratmeter im gesamten Kulturverlauf. Die einzelnen Wassergaben sollten aber unbedingt so gering wie möglich ausfallen, um Feuchtigkeit im Bestand gering zu halten. Gut eignet sich die Verwendung einer Tropfbewässerung.
Stangensellerie benötigt eine kontinuierliche Bewässerung. Es ist aber darauf zu achten, dass keine Staunässe entsteht und die Blätter schnell abtrocknen können. Bei zu langer Blattnässezeit besteht die Gefahr eines Befalls mit „Septoria apiicola“.
Nährstoffbedarf
Nährstoffbedarf
Mittel
Ernten
Einheit: Anzahl
Beste Erntezeit: Morgens
Mehrfachernte: Nein
Ernteinfos
Der erntefähige Stangensellerie sollte je nach Sorte zwischen 400 und 600 g wiegen. Er wird mit der linken Hand vorsichtig umfasst und anschließend mit einem mit der rechten Hand geführten Messer kurz unter der Oberfläche geschnitten. An sonnigen, heißen Tagen sollte das Putzen des Erntegutes an einem kühlen, schattigen Ort stattfinden.
Ernteleistung
Lagerung
Nach der Ernte sollte Stangensellerie möglichst schnell auf etwa null °C abgekühlt werden. Die relative Luftfeuchte sollte bei über 98 % liegen. Ist dies gewährleistet, ist er etwa zwei bis drei Wochen lagerbar.
Eigene Erfahrung: Es hat sich bewährt, an warmen Tagen kühle, feuchte Tücher mit in den Garten zu nehmen, um die frische Ernte damit abdecken zu können. Bei größeren Betrieben kann man über einen Kühlanhänger nachdenken, der direkt in der Nähe des zu erntenden Bestandes platziert wird.
Ertragskennzahlen
Durchschnittlicher Ertrag nach Anbaumethode
| Anbaumethode | Gewicht (kg/m²) | Anzahl (Stück/m²) |
|---|---|---|
| Bio |
2,74
(n=6)
Min: 2,33, Max: 3,00 |
- |
| Konventionell |
4,90
(n=10)
Min: 4,00, Max: 7,00 |
- |
| Unbekannt |
4,13
(n=12)
Min: 3,80, Max: 4,83 |
- |