Aubergine
Solanum melongena
Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Schwierigkeit: Schwer
Alternative Namen
Melanzani, Eierfrucht, Eierpflanze, Tollapfel, Melanzaapfel, Eierbaum, Spanische Eier, Blaue Tomate
Fruchtfolge Empfehlung
2 Jahre
Vorkultur
Sehr gut als Vorkultur sind Schnitt- und Kopfsalate geeignet.
Nachkultur
Als Folgekulturen bieten sich Feldsalat, Spinat oder Rauke an.
Geschichte
Ursprünglich stammte die Aubergine aus Indien und hatte kleine, stachelige und bittere Früchte. Als Kulturleistung wurde die Aubergine schon vor mehreren tausend Jahren angebaut und züchterisch bearbeitet. Dadurch wurde sie für die menschliche Ernährung verwendbar gemacht. Etwa um das 10. Jahrhundert breitete sich der Anbau der Aubergine über Persien bis nach Andalusien aus. Ab dem 13. Jahrhundert findet sie als "Melongena" erstmals Erwähnungen in spanischen und französischen Schriften.
Entwicklungszyklus
Mehrjährig
In ihrem natürlichen Ausbreitungsgebiet ist die Aubergine mehrjährig. In unseren Breitengraden wird sie einjährig kultiviert.
Kommentar
Schon bei Bodentemperturen unter 18 °C können bei schlecht abgehärteten Pflanzen Schäden auftreten.
Satzdaten
| Ort | Saatdatum |
Anzuchtszeit
(in Tagen) |
Pflanzdatum |
Wachstumszeit
(in Tagen) |
Erntedatum | Erntefenster |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Folientunnel Beheizt | 24. Januar | 63 | 28. März | 60 | 27. Mai | 20 Wochen |
| Folientunnel Beheizt | 18. Februar | 58 | 17. April | 56 | 12. Juni | 18 Wochen |
| Folientunnel | 10. März | 66 | 15. Mai | 80 | 3. August | 10 Wochen |
Boden
Optimaler Bodentyp: Sandiger Lehm
Optimaler ph-Wert: 5.5 - 6.5
optimaler ph-Wert
Zusatzinfos
Sand
Optimaler ph-Wert:
Sandige Böden sind nicht gut für den Anbau von Auberginen geeignet, da die Wasserhaltekraft zu schlecht ist und zu geringe Nährstoffreserven (selbst bei optimaler Düngung) bestehen. Einzig die schnelle Erwärmung im Frühjahr wirkt sich positiv aus. Bei sehr hohen Humusgehalten oder großzügigen Kompostgaben (Düngeverordnung beachten!) können auch Sandböden gute Erträge liefern.
Sandiger Lehm
Optimaler ph-Wert:
Wasserhaltekraft und Nährstoffreserven auf sandigen Lehmböden sind für den Anbau von Auberginen bei entsprechender Düngung ausreichend. Eine kleine Gabe von reifem Kompost ins Pflanzloch wirkt sich positiv aus. Die schnelle Erwärmbarkeit des Bodens im Frühjahr ist von großem Vorteil.
Lehm
Optimaler ph-Wert:
Wasserhaltekraft und Nährstoffreserven sind bei entsprechender Düngung ausreichend. Problematisch kann eine zu langsame Erwärmung des Bodens im Frühjahr sein. Hier sollte der Pflanztermin eventuell um eine bis zwei Wochen nach hinten verschoben werden. Eine ausreichend hohe Bodentemperatur von um die 16 °C ist für den Anbauerfolg der Kultur entscheidend.
Ton
Optimaler ph-Wert:
Tonböden eignen sich außer in warmen und geschützten Lagen kaum für den Anbau von Auberginen. Sie erwärmen sich zu langsam im Frühjahr.
Jungpflanze
Keimdauer
20 - 28 Tage
Keimung
Hoch
Okay
Optimal
Okay
Mittel
25 °C
25 °C
27 °C
28 °C
Jungpflanze
Hoch
Okay
Optimal
Okay
Niedrig
16 °C
18 °C
23 °C
23 °C
Abhärten
Zum Ende der Anzuchtzeit von Auberginen sollte die Temperatur schrittweise von 18 °C auf 16 °C abgesenkt werden. Die Pflanzen sind sparsam zu gießen, um das Wurzelwachstum anzuregen.
Pflanzen
Pflanzabstand (cm)
Reihenabstand (cm)
Quelle
Konventionell
Pflanzabstand
115
Reihenabstand
55 - 75
LABER, H. et al. (2020): Gemüsebau. 3., erweiterte Auflage, Stuttgart: Eugen Ulmer KG.
Bio
Pflanzabstand
60 - 75
Reihenabstand
50 - 100
Reyhaneh, E. (2017): Ökologischer Gemüsebau. Mainz: Bioland Verlags GmbH
Marktgarten
Pflanzabstand
45
Reihenabstand
75
FORTIER, J.-M. (2020): Bio-Gemüse erfolgreich direktvermarkten (TELLIEZ, D., Übersetzerin). Innsbruck: Löwenzahn in der Studienverlag Ges.m.b.H.
OpenOrganicFarm
Pflanzabstand
60
Reihenabstand
60
Wachstum
Temperatur
Mittel
Okay
Optimal
Okay
Mittel
16 °C
18 °C
23 °C
26 °C
Ab Temperaturen von über 26 °C besteht die Gefahr, dass die Pfanzen anfangen, ihre Blüten abzuwerfen, was sich negativ auf den Ertrag auswirkt.
Optimaler Standort
Lichtbedarf
Sonnig
Der Anbau von Auberginen im Freiland ist möglich und kann in sehr warmen Sommern auch durchaus lohnend sein. In der Regel werden sie aber in Folientunneln oder Gewächshäusern kultiviert.
Wasserbedarf
Wasserbedarf
Mittel
Die optimale Bewässerung von Aubergine richtet sich nach dem Standort, an dem sie angebaut wird. Sie hängt im Wesentlichen von der Bodenart, Temperatur und Sonneneinstrahlung ab. Es lassen sich aber einige generalisierte Aussagen treffen. Die Bewässerung sollte im Idealfall über Tropfschläuche erfolgen, die unter der Mulchdecke verlegt sind. Ein Tropfer pro Pflanze ist ausreichend. Nach dem Angießen sollte sparsam gewässert werden, damit die Pflanzen dazu angehalten werden, aktiv auf Wassersuche zu gehen und ein umfangreiches Wurzelsystem zu entwickeln. Hierbei ist es hilfreich, wenn schon in der Jungpflanzenanzucht darauf geachtet wurde, die Pflanzen sparsam zu wässern. Sobald der Fruchtansatz beginnt und die Früchte etwa waldnussgroß sind, sollte mehr gewässert werden. Generell ist auf eine gleichbleibende Bodenfeuchte zu achten, um Wachstumsstockungen zu vermeiden.
Eigene Erfahrung: In trockenem, heißem Klima ist die Aubergine sehr anfällig für den Befall mit Spinnmilben. Hier hat es sich bewährt, die Luftfeuchte zu erhöhen und die Pflanzen alle zwei Tage morgens abzubrausen. Wichtig ist dabei, dass die Blätter vor dem Abbrausen für einige Zeit vollständig trocken waren. Eine Erhöhung der Blattnässedauer erhöht sonst immer die Gefahr eines Befalls mit Schadpilzen.
Nährstoffbedarf
Nährstoffbedarf
Mittel
Die Düngung von Auberginen richtet sich nach dem zu erwartenden Ertrag. Je nach verwendeter Sorte, ob es sich um verdelte Pflanzen handelt, kann dies stark variieren. Großfrüchtige Sorten brauchen deutlich mehr Nährstoffe als Kleinfrüchtige. Auberginenpflanzen freuen sich über kleine Gaben von reifem Kompost in das Pflanzloch. Die Menge richtet sich nach Zustand und Art des Bodens. Bei einem sandigen und humusarmen Boden kann es etwa eine Schaufel je Pflanzloch sein. Bei einem lehmigen und humusreichen Boden genügt eine halbe Schaufel voll Kompost.
Ernten
Einheit: Gewicht
Beste Erntezeit: Mittags
Mehrfachernte: Ja
Ernteinfos
Eine Ernte bei Auberginen erfolgt in etwa ab einem Fruchtgewicht von 250 bis 350 g Fruchtgewicht. Da die Pflanzen im Sommer Früchte schnell nachbilden, ist je nach Witterung und Pflanzengesundheit mit einem bis zu drei Erntegängen je Woche zu rechnen.
Bei einer erntereifen Aubergine nimmt die Schale ein leicht mattes Aussehen an. Wenn die Farbe von Dunkelpurpur auf Violett umschlägt (bei Sorten wie zum Beispiel Zora), ist die Frucht überreif. Beim Aufschneiden der Frucht (zum Beispiel beim Kochen oder im Rahmen von Stichproben) sollten die Samenkörner weiß sein und das Fruchtfleisch weich. Braunes und schwammiges Fruchtfleisch ist ebenfalls ein Zeichen von Überreife. Überreife Früchte sollten von der Pflanze entfernt werden, da sie diese schwächen. Sie werden nicht vermarktet, sondern kompostiert.
Für die Ernte selber ein scharfes Messer oder eine Ernteschere nehmen und die Frucht mit etwa einem bis zwei cm verbleibendem Stielansatz von der Pflanze abschneiden. Nicht direkt an den Kelchblättern der Frucht schneiden. Dies reduziert die Lagerfähigkeit. Auberginen sind sehr druckempfindlich, es ist also Vorsicht bei der Ernte und dem anschließenden Transport geboten.
Ernteleistung
Die Erträge können stark schwanken. Gerade im Norden Deutschlands sind die Durchschnittstemperaturen oft zu niedrig für einen wirtschaftlichen Anbau von Auberginen. Es kann mit etwa 0,3 bis 2 kg je Woche und m^2 gerechnet werden.
Lagerung
Auberginen sollten nach Möglichkeit immer direkt nach der Ernte vermarktet werden, da sie sich nur schlecht lagern lassen. Temperaturen unter 7 °C können zu Kälteschäden führen. Auberginen sind sehr ethylenempfindlich und sollten auf keinen Fall in der Nähe von Ethylenquellen gelagert werden. Im Notfall lassen sie sich bei 10 bis 12 °C etwa 7 bis 10 Tage lagern. Die Luftfeuchte sollte dabei etwa 90–95 % betragen.
Ertragskennzahlen
Durchschnittlicher Ertrag nach Anbaumethode
| Anbaumethode | Gewicht (kg/m²) | Anzahl (Stück/m²) |
|---|---|---|
| Bio |
8,37
(n=10)
Min: 3,00, Max: 10,70 |
27,69
(n=9)
Min: 22,45, Max: 33,54 |
| Konventionell |
21,00
(n=2)
Min: 4,50, Max: 37,50 |
150,00 (n=1) |